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Xanten
In Birten wird Krematorium gebaut

Xanten. Die Stadt informierte die nächsten Anlieger erst jetzt über die Entscheidung. Von Heinz Kühnen

Die Stadt hat die Baugenehmigung für ein Krematorium im Gewerbegebiet Birten erteilt. Die Klever "Feuerbestattung Niederrhein GmbH" will auf dem 3767 Quadratmeter großen Grundstück ein gut sieben Meter hohes Gebäude errichten, in dem Leichen auch aus der weiteren Umgebung verbrannt werden sollen. Die Inhaber der benachbarten Unternehmen wurden gerade schriftlich über das Vorhaben informiert. Inzwischen gibt es in den sozialen Medien jede Menge aufgeregte Kommentare.

Das Grundstück am neuen "Birtener Ring" liegt am südwestlichen Rand des Gewerbegebiets direkt an der Bahnstrecke und der Landstraße 460. Nachbarn sind unter anderem ein Tiefbauunternehmen, ein Betonwerk, eine Brecheranlage und ein Leuchtendiscount. Bürgermeister Thomas Görtz betrachtet die Baugenehmigung als Wirtschaftsförderung: "Der Investor will das Grundstück kaufen, in Xanten Steuern bezahlen und Arbeitsplätze schaffen", erklärt Görtz im Gespräch mit unserer Redaktion.

Der Bereich sei vom Rat ausdrücklich nicht nur als Gewerbe-, sondern gar als Industriegebiet ausgewiesen worden. Es gebe, so Technischer Dezernent Niklas Franke, im Rahmen des "Geschäfts der laufenden Verwaltung" keinen Grund, die Zustimmung zu verweigern.

Nach Angaben der Firma werden täglich zwischen 10 und 18 Uhr bis zu zehn (auch größere) Wagen die Anlage anfahren. Der Betrieb ist von 5 bis 22 Uhr erlaubt. Die Immissionsschützer des Kreises sähen die Anlage, deren Abgase kontinuierlich überprüft und die bei Fehlern automatisch abgeschaltet werde, als unproblematisch an, so Franke. Räumlichkeiten für Trauernde wird es nicht geben. Das habe das Bundesverwaltungsgericht in Gewerbegebieten untersagt, da diese einem pietätvollen Umgang mit Verstorbenen nicht entsprächen.

Dass es angesichts vermehrter Urnenbestattungen einen wachsenden Bedarf für Krematorien gebe und der Bau somit grundsätzlich Sinn mache, stellt auch die Internet-Gemeinde nicht in Frage. Sie diskutiert Sicherheitsfragen und bemängelt besonders die Informationspolitik der Stadt. Im Bezirksausschuss sei kein Wort dazu gefallen, obwohl der Antrag "wohl kaum von gestern" sei. Die Verwaltung müsse wissen, dass damit eher "gefühlte Wahrnehmungen statt Fakten" die Runde machten. Oder gebe es doch etwas zu verbergen? Bürgermeister Görtz verweist allerdings darauf, dass er einige Ratspolitiker frühzeitig eingeweiht habe.

Quelle: RP
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