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Xanten
In diesem Jahr kein Gewerbeparkfest in Xanten

Xanten. Die Unternehmer zeigen nur noch wenig Interesse an der traditionellen Großveranstaltung an der Sonsbecker Straße. Von Heidrun Jasper

Die schlechte Nachricht vorweg: Es gibt dieses Jahr kein Gewerbeparkfest in Xanten. Und ob es in Zukunft überhaupt noch einmal ein solches Fest gibt, bei dem die etwa 30 Betriebe im Gewerbegebiet an einem Wochenende im März ihre Türen öffnen und sich (und ihre Produkte) präsentieren, ist sehr fraglich.

Günter Schnickers vom gleichnamigen Mazda-Autohaus an der Sonsbecker Straße bringt es im Gespräch mit unserer Zeitung auf den Punkt: "Das Interesse ließ immer mehr nach. Wenn Sie vier bis fünf Mal zu einer Versammlung einladen und es kommen vielleicht fünf Leute, dann macht das Ganze keinen Spaß mehr." Günter Schnickers kann sich noch gut erinnern, wie alles anfing, damals, vor 20 Jahren, als er mit Norbert Hoppmann (senior) das Gewerbeparkfest aus der Taufe gehoben hatte. "Der Norbert ist mit dem Fahrrad rundgefahren und hat alle Gewerbler persönlich angesprochen. Wir hatten gerade mal drei Wochen Zeit für die Vorbereitung. Jede Bierbude musste doch genehmigt werden", so Schnickers, der dem Amt für Wirtschaftsförderung bei der Stadt hohes Lob zollt: "Helmut Derksen hat uns immer unterstützt, war hilfsbereit und kooperativ".

Auch die RP habe sich für das Gewerbeparkfest, das alle zwei Jahre stattfand, immer stark gemacht. "In den Anfangsjahren, da war hier echt was los", erinnert sich der Autohändler. Dichtes Gedränge vor allem an der Sonsbecker Straße, die Leute kamen gerne ins Gewerbegebiet. Und die Gewerbler haben sich stets mächtig ins Zeug gelegt, Bungee-Springen angeboten, Hubschrauberflüge über Xanten und dafür auch ordentlich in den eigenen Geldbeutel gegriffen. "Aber für Hubschrauberflüge bekommen Sie ja heute gar keine Genehmigung vom Luftfahrtamt mehr."

Auch Schnickers weiß, wie die moderne Kommunikation heute funktioniert. Und dass sich das Kaufverhalten durchs Internet gravierend geändert hat. "Der Kunde nimmt sich ja noch nicht einmal mehr wochentags die Zeit, zu uns zu kommen. Trotzdem oder gerade deswegen müssen wir vor Ort präsent sein, ein gutes Produkt anbieten, uns auch im Netz vermarkten. Nur dann läuft der Laden". Auch Xantens Innenstadt müsse hellwach sein, "sonst haben es die Geschäfte an der Front schwer".

Auch Helmut Derksen, im Rathaus Leiter des Fachbereichs Wirtschaftsförderung, bedauert die fehlende Bereitschaft der Unternehmer. Im Dezember war er noch einmal auf sie zugegangen, "dank mangelnder Beteiligung habe ich da mit fünf Interessierten gesessen". Vier verkaufsoffene Sonntage lässt das Gesetz zu, die müssen aber themenbezogen sein. Der verkaufsoffene Sonntag im Rahmen eines Gewerbeparkfestes war bereits genehmigt; Derksen geht jetzt davon aus, dass am Sonntag, 13. März, einige Gewerbetreibende an der Sonsbecker Straße ihre Türen öffnen werden - zwischen 12 und 17 oder 13 und 18 Uhr.

Günter Schnickers blickt dennoch optimistisch nach vorne: "Man soll nie nie sagen", sagt er und hofft, dass sich die Unternehmer besinnen und in Zukunft wieder an einem Strang ziehen. So wie früher.

Quelle: RP
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