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Xanten
Internationale Expertenrunde besucht die Bislicher Insel

Xanten. Die Bislicher Insel in Xanten war am Wochenende das Ziel einer internationalen gut besetzten Expertenrunde, die zuvor die Krickebecker Seen besucht hatte. Die Fachleute, die sich mit dem Abkommen zum Erhalt afrikanischer und eurasischer wandernder Wasservögel beschäftigen, wollten sich vor Ort informieren. "Das Gebiet Niederrhein ist für uns das bedeutendste Gebiet", sagte dazu Oliver Schall vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Bereits im Vorfeld hatte die rund 160-köpfige Expertenkommission am Bonner Tagungsort an Inhalten ihrer Abkommen gearbeitet, die am Samstag zur Verabschiedung kommen sollten, wie Schall erklärte. Der Freitag diente der Exkursion, der RVR hatte dazu die Leitung übernommen und die Gruppe auf Exkursion über die Bislicher Insel eingeladen. Ihre überregionale Bedeutung verdankt die Bislicher Insel der Vielfalt der Lebensräume, den Sand- und Kiesufern am strömenden Fluss ebenso wie dem Schilfröhricht und den Schlammufern am ruhigen Altrhein. Das Vogelschutzgebiet "Unterer Niederrhein" ist ein neues Naturschutzgroßprojekt der Europäischen Union im Schutzgebietsnetz Natura 2000. Über das Förderprogramm Life + werden Naturschutzmaßnahmen in diesem Gebiet gefördert, das als eine der letzten naturnahen Auenlandschaften am Niederrhein gilt und heute großflächig unter Naturschutz steht.

Im Kern drehte sich die Konferenz um den Erhalt afrikanischer und eurasischer wandernder Wasservögel, die Jahr für Jahr für ein Naturschauspiel bei ihrer Reise in südliche Gefilde sorgen, wenn sie auf der Bislicher Insel Rast machen. Der Rückgang verschiedener weiterer Arten, etwa der Zwerggans, macht Sorge, wie auch der Gänseexperte Johann Moj den Gästen berichtete. Oliver Schall machte ganz verschiedene Ursachen aus. "Gerade läuft der Naturschutz in Ägypten und auf Malta und Zypern aus dem Ruder", sagt er. Nach wie vor werde auf Zypern die Mönchsgrasmücke, ein gut 20 Gramm leichter Singvögel, mit Netzen gefangen und in ihrem Bestand gefährdet. Als Delikatesse werden sie immer noch in Restaurants angeboten. Generell sei die Wilderei eines der größten Probleme.

In Deutschland sorgen ganz andere Probleme, wie unter anderem Windkrafträdern für eine Dezimierung von Arten. Schall erklärte das Barotrauma: "Durch den Unterdruck auf der Rückseite der Rotoren platzen Blutgefäße und inneren Organe." Eine besonnenere Standortwahl und entsprechende Abstände könnten auf Bundesebene Abhilfe schaffen.

(sabi)
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