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Xanten
Jazz-Konversation mit E-Piano und Flügel

Xanten: Jazz-Konversation mit E-Piano und Flügel
Hochkonzentriert: Fabian Neubauer (links) am Flügel und Simon Below am Fender Rhodes. Am 19. September geben sie ihr erstes Konzert in Xanten. FOTO: privat
Xanten. Simon Below (20) und Fabian Neubauer (21) spielen am 19. September Jazz im Xantener Rathaus-Saal. Mit ihren Instrumenten improvisieren sie "Free Jazz" - durchaus auch melodisch, aber ungewöhnlich und unkonventionell. Von Heidrun Jasper

Sie unterhalten sich mit dem Flügel und dem Fender Rhodes. Der eine schlägt Töne an, entwickelt sie weiter, der andere steigt nach ein paar Sekunden ein, antwortet. Manchmal entwickelt sich ein langes Stück, das andere Mal hat man sich nicht so viel zu sagen und die Instrumente verstummen nach kürzerer Zeit.

Die Xantener Simon Below (20) und Fabian Neubauer (21), die sich seit vielen Jahren kennen, improvisieren. Nichts ist vorher abgesprochen. Es gibt zwar ein Konstrukt, aber das ist nicht immer eindeutig. "Free Jazz" nennt sich die Art, wie sie an die Musik herangehen. Das muss nicht schrill oder "misstönig" sein: Beim Improvisieren können auch melodische Stücke entstehen. Am Samstag, 19. September, geben die beiden ab 20 Uhr im Sitzungssaal des Xantener Rathauses ihr erstes gemeinsames Konzert, laden die Zuhörer ein, sich einzulassen auf ihre musikalische Unterhaltung.

Seit einem Jahr spielen sie als Duo, verzichten auf die üblichen "Zutaten" Schlagzeug, Bass und Gitarre. E-Piano und Klavier, das ist eher ungewöhnlich, unkonventionell. Und doch hat man als Zuhörer nicht das Gefühl, dass da Instrumente fehlen.

Mindestens einmal wöchentlich proben sie im Keller der Dom-Musikschule. Beide studieren Musik mit dem Schwerpunkt Jazzklavier, Simon Below an der Musikhochschule in Köln, Fabian Neubauer an der Folkwang-Universität in Essen. Als Zweitfach haben beide Schlagzeug belegt, wie viele Pianisten. Denn Rhythmus ist nicht nur bei Jazzern das Wichtigste.

"Jazz wird nicht nur in Xanten stiefmütterlich behandelt", bedauert Fabian. "Als Jazzer saugt man alles auf wie ein Schwamm, geht mit offenen Ohren durch die Welt, lässt sich inspirieren", ergänzt Simon Below, der mit fünf Jahren seine Leidenschaft fürs Klavierspiel entdeckt und im Regal der Eltern Jazz-Alben gefunden hat. Neun Jahre erhielt er Unterricht bei Tae-Sung Chung, Fabian Neubauer ging fünf Jahre bei ihm in "die Lehre".

Hochkonzentriert sitzen die beiden am Flügel und am Fender Rhodes, nehmen immer mal wieder kurz Blickkontakt auf, spielen meist mit geschlossenen Augen. Mal nimmt sich der eine zurück, dann wieder der andere. Aber zu keinem Zeitpunkt spielt einer den anderen quasi an die Wand.

"Das wäre der größte Fehler, den man machen kann", sagt Neubauer, der sich wie Below nicht in ein bestimmtes Genre pressen lassen oder stilistische Grenzen setzen will. "Unser Konzept ist, dass wir keins haben". Vorbilder dagegen haben die beiden sehr wohl. Keith Jarrett ist für sie der Größte, außerdem Miles Davis, Brad Mehldau, Bill Evans und natürlich Herbie Hancock.

Quelle: RP
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