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Rosemie
"Jede Frau hat ein Luder in sich"

Xanten. Eigentlich ist Rosemie Quartero ausgebildete Tänzerin. Trotzdem steht sie seit Jahren als verklemmt-biedere Schwäbin auf der Bühne, als Clownin der komischen Art. Morgen Abend tritt sie ab 20 Uhr in der Rheinberger Stadthalle auf.

Rheinberg Mit Rosemie Quartero ist morgen Abend ab 20 Uhr eine Künstlerin in der Rheinberger Stadthalle zu Gast, die sich nur schwer einordnen lässt. In ihrer Rolle der verklemmt-biederen Schwäbin "Rosemie Warth", deren Markenzeichen ein strenger Haarknoten, altmodische Landfrauenschuhe und längst aus der Mode gekommene Kleidchen sind, präsentiert sich die Heidelbergerin als wahres Multitalent. Ob Tanz- und Gesangeinlagen, ausgefeilte Akrobatik oder herzerfrischende Situationskomik: Die Trägerin des baden-württembergischen Kleinkunstpreises 2015 überzeugt in allen Facetten. Dabei hatte Rosemie Quartero, die in New York, Philadelphia und Köln klassischen und modernen Tanz und Gesang studierte, eigentlich ganz andere Pläne. Im RP-Interview verrät sie, wieso alles ganz anders kam und was das Rheinberger Publikum am Freitag von ihr erwarten darf. Eintrittskarten gibt es zum Preis von 14, 16 beziehungsweise 18 Euro (je nach Platzkategorie) im Kulturbüro der Stadt Rheinberg, im Stadthaus, und zwar unter der Telefonnummer 02843 171-270.

Frau Quartero, wie lautet ihre Berufsbezeichnung?

Rosemie Quartero Das ist eine schwierige Frage, ich lasse mich eigentlich in keine Schublade stecken. Ich habe zehn Jahre Music-Clownerie betrieben. Ich würde mich heute als eine Clownin der komischen Art beschreiben.

Ihre Leidenschaft galt dem Tanz. Wie kam es zu dem Sinneswandel?

Quartero Mein Bruder Johannes ist Komiker. Er hat mich eines Tages gefragt, ob ich das nicht mal ausprobieren möchte. Ich kam gerade aus Amerika, hatte kein Angebot. Da habe ich mir gedacht, das ist besser als putzen. Tja, dabei ist es dann geblieben.

Ihre Kunstfigur trägt Ihren Namen. Warum ist das so?

Quartero Es gab mal eine Zeit, da hatte ich so viele Figuren mit unterschiedlichen Namen, dass ich schon mal durcheinander kam. Da habe ich mir gedacht, nimmst du einfach deinen Vornamen, der lässt sich leicht merken.

Wie kamen Sie an die Figur der biederen Schwäbin?

Quartero Ich hatte sechs alte Tanten, Schwestern meines Vaters. Die waren die Vorbilder meiner Bühnenfigur. Ich habe sie bei Familienfesten nachgemacht, das kam sehr gut an.

Ihre Figur wirkt ein wenig verklemmt, ist sie das?

Quartero Nein, ganz und gar nicht. Ich spiele damit, dass man ihr nicht viel zutraut, dann kommen die Facetten besser zur Geltung. In Wirklichkeit hat doch jede Frau ein Luder in sich.

Ist das so?

Quartero (lacht) Ich hoffe doch.

Was ist Ihnen auf der Bühne wichtig?

Quartero Auf der einen Seite möchte ich die Menschen zum Lachen bringen, auf der anderen Seite eine Botschaft mitgeben. Ein Clown ist kein Witzeerzähler, er lebt von der Tragik, aus der er die Komik zieht. Denken sie an den Clown, der an den Honigtopf möchte und immer wieder scheitert. Es kommt in meinen Programmen vor, dass Zuschauer weinen und im nächsten Augenblick lachen.

Gibt es für sie Grenzen?

Quartero Ich versuche, nicht platt zu sein und vor allem keine Witze auf Kosten des Publikums zu machen.

Was dürfen die Besucher am Freitag von Ihnen erwarten?

Quartero Einen amüsanten Abend, der ans Herz geht.

ERWIN KOHL FÜHRTE DAS INTERVIEW.

Quelle: RP
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