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Xanten
Jobscouts bringen Flüchtlinge in Betriebe

Xanten. Die Caritas startet ein neues Projekt. Vier Jobscouts sollen 240 Menschen begleiten. Partner sind die Handwerkskammer und die Volksbank. Von Josef Pogorzalek

Flüchtlingen zu Arbeit verhelfen und Handwerksbetrieben Arbeitskräfte vermitteln: Darum geht es beim Projekt "Jobscout" des Caritasverbandes Moers-Xanten. Vier Mitarbeiter teilen sich ab sofort zwei Vollzeitstellen. "Wir bauen Brücken zwischen den Betrieben und den Flüchtlingen", sagte Dörte Dreher-Peiß, einer der Jobscouts und Leiterin des Projekts, das zwei Jahre lang vom Deutschen Hilfswerk gefördert wird. Die ersten Betriebe hätten sich gemeldet.

Die Jobscouts arbeiten zusammen mit Arbeitsagentur, Jobcenter und dem "Integration Point". Weitere Partner fand die Caritas bei der Handwerkskammer und der Volksbank Niederrhein, die vor zwei Jahren den "Dialog für Ausbildung" ins Leben gerufen haben. Auch dabei geht es darum, den Handwerksbetrieben im Kreis zu helfen. "Es fehlen Auszubildende", sagte Volksbank-Chef Guido Lohmann. Trotzdem scheuten sich manche Betriebe, Flüchtlinge einzustellen, weil es ihnen zum "kompliziert" sei. Günter Bode (Handwerkskammer) ergänzte: "Wir brauchen jemanden, der nah an den Betrieben ist und weiß, wie Handwerker ticken."

Ein solcher Branchenkenner ist Andreas Lämmerzahl. Der Fliesenleger hatte früher eine eigene Firma. Jetzt ist er einer der vier Jobscouts. Seine Kolleginnen decken weitere Branchen ab: Dörte Dreher-Peiß kennt sich im sozialen Bereich aus, Alice Püpplichhuisen kommt aus der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, eine weitere Kollegin hat eine kaufmännische Ausbildung.

Kontakte zu Flüchtlingen, die ein Praktikum, eine Ausbildung oder Arbeitsstelle suchen, knüpft die Caritas zum Beispiel über die Migrationsberatung. Die Jobscouts vermitteln, wo nötig Sprachkurse, helfen bei der Bewerbung, bringen die Flüchtlinge morgens zum Betrieb und holen sie am Feierabend ab. Es gehe auch darum, Abläufe einzuüben, die vielen Menschen aus anderen Kulturkreisen nicht vertraut seien.

240 Menschen wollen die vier Jobscouts in den nächsten zwei Jahren begleiten. Was nicht bedeute, dass für alle eine Arbeit gefunden wird. "Die Begleitung kostet Zeit, man darf den Erfolg nicht an Fallzahlen messen", sagte Dörte Dreher-Peiß.

Kontaktnummer für Betriebe: Dörte Dreher-Peiß, Telefon 0176 15430183.

Quelle: RP
 
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