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Xanten
Judy Bailey singt vor einer Million Pilger in Krakau

Xanten. Wie schon 2013 in Rio war die Alpenerin mit ihrer Band wieder beim Weltjugendtag dabei. Von Erwin Kohl

Der Weltjugendtag, vor 30 Jahren von Papst Johannes Paul II. ins Leben gerufen, ist eine moderne Pilgerreise für Jugendliche aus der ganzen Welt. In diesem Jahr fand die Großveranstaltung in Krakau statt. Wie schon beim Weltjugendtag 2013 in Rio de Janeiro durfte Judy Bailey gemeinsam mit Ehemann Patrick Depuhl und ihrer neunköpfigen Band das musikalische Programm vor Millionen von junger Leute aus aller Welt mitgestalten. "Es war wunderbar und ein starkes Statement in die Welt, so viele junge Menschen in Krakau zu sehen, die sich von Strapazen und Bedrohungen nicht abhalten lassen, zusammenzukommen. Sie wollten friedlich unseren Glauben und unseren Gott feiern", erzählte die Musikerin aus Menzelen-West nach ihrer Rückkehr an den Niederrhein. Es sollte ein Konzerterlebnis werden, das die Band nachhaltig beeindruckt hat. "Wir haben auf einer riesigen Bühne gestanden, die sich wie ein Raumschiff irgendwo auf einem polnischen Feld niedergelassen hat und davor jubelten über eine Million Menschen", schwärmt Patrick Depuhl. Die meisten davon mussten den Auftritt der Gospelband allerdings mit einem ungewöhnlich großen Sicherheitsabstand verfolgen. Direkt vor die Bühne durfte nur ein besonders geprüftes Publikum, alle anderen mussten hinter eine Absperrung, die einhundert Meter vom Ort des Geschehens entfernt war. "Auf der einen Seite gab es höchste Sicherheitsvorkehrungen von Militär und Polizei, auf der anderen Seite war es ein großes Friedens- und Glaubensfest mit Jugendlichen aus aller Welt", beschreibt Depuhl die Situation.

Zehn Minuten wurden der Band während der Abschlussfeier auf dem "Campus Misericordiae", dem Feld der Barmherzigkeit, gestattet. Das sind gerade einmal zwei Songs. Aber dann wurde nach dem Soundcheck am Vortag kurzfristig doch noch ein dritter Titel ins Protokoll aufgenommen. Beim Auftritt war die Begeisterung schließlich derart groß, dass die Moderatoren Judy Bailey spontan um ein weiteres Lied baten. "Wir haben uns kurz angesehen und dann den Titel Surrounded nachgelegt. Das Fernsehen war live dabei, dazu über eine Million Pilger. Das war einfach nur schön", freut sich Bailey. Der Papst war zu diesem Zeitpunkt noch nicht anwesend. "In Rio haben wir während der traditionellen Nachtmesse mit dem Papst noch einen Song spielen dürfen, das war dieses Mal nicht vorgesehen", bedauert Depuhl. Gelegenheit, das Oberhaupt der katholischen Kirche und seine Einstellung kennenzulernen, fand sich allerdings einige Stunden nach dem Auftritt. "Er stand auf der Bühne und hat die Jugendlichen der Welt aufgefordert, sich von den Spielekonsolen und dem Sofa zu lösen und etwas zu bewegen. Gott braucht euch, lautete sein Appell. Das hat uns tief beeindruckt", sagt Patrick Depuhl. Bereits zuvor hatte die Band mit einem 90-minütigen Auftritt mitten in Krakau aktiv am Jugendfestival teilgenommen. "Es war eine einmalige Stimmung. Wenn wir mit der Band mal irgendwo warten mussten, brauchte nur einer von uns die Hand hochzuheben und wir wurden von den Vorbeikommenden abgeklatscht", erinnert sich Depuhl.

Quelle: RP
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