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Xanten
Jung, politisch und voll nach Plan

Xanten: Jung, politisch und voll nach Plan
Hat schon eine eigene Computer-Firma gegründet: Justus Janßen. FOTO: Fischer
Xanten. Justus Janßen (16) ist jüngstes Mitglied der Xantener CDU, seit November im Vorstand - und führt seine eigene Firma: Die Justus Janßen e. K. Von Heidrun Jasper

Es gibt nicht viele junge Menschen, die sich politisch engagieren und schon früh genau wissen, was sie später mal werden und machen wollen. Anders Justus Janßen: Der 16-Jährige, seit April Mitglied der CDU Xanten und seit November auch einer der fünf Beisitzer im Vorstand um den neuen Vorsitzenden Tanko Scholten, wusste schon seit der sechsten Klasse, dass er Informatiker werden möchte.

Seit Anfang April hat er auch seine eigene Firma: Justus Janßen e. K. (www.computerservice-xanten.de). Wobei die Buchstaben für "eingetragener Kaufmann" stehen. Letzteres ist der 16-Jährige natürlich nicht, eingetragen aber demnächst schon, und zwar bei der Handelskammer.

Einen Gewerbeschein hat er sich bei der Stadt Xanten geholt, einen "Antrag zur steuerlichen Erfassung" gab es gleich dazu. Seine Kunden sind Privatleute, die Probleme mit der Software haben oder deren Computer defekt ist, die mit seiner Hilfe eine Website erstellen wollen oder sich von ihm einen auf die eigenen Bedürfnisse maßgeschneiderten Computer bauen lassen wollen. Nächstes Ziel von Justus Janßen: Programmieren, "allgemeine individualisierte Software" entwickeln, Handy-Apps beispielsweise.

Eine Firma zu gründen, war für den 16-Jährigen genau so logisch, wie Mitglied bei der CDU zu werden. "Wenn man etwas erreichen möchte, ist die CDU die beste Partei, weil man sich hier am besten und strukturiertesten einbringen kann", ist Justus Janßen überzeugt.

Dass auch sein Vater über die JU zu den Christdemokraten kam, hat vielleicht auch ein Stück dazu beigetragen, sich der CDU und keiner anderen Partei anzuschließen. Auch zur umstrittenen Wahl des neuen Stadtverbandsvorsitzenden Tanko Scholten hat er eine klare Meinung: "Das war ein demokratischer Akt. Jeder hätte sich zur Wahl stellen können, als Rainer Groß auf den Vorsitz verzichtet hat."

Gerne würde der 16-Jährige, der im Sommer seinen Abschluss an der Walter-Bader-Realschule gemacht hat und jetzt das Stiftsgymnasium besucht, später einmal im Stadtrat mitarbeiten. Denn an manchen Stellen könnte man in Xanten nach seiner Ansicht schon noch einiges verbessern. Es müsste zum Beispiel mehr Sportmöglichkeiten für junge Menschen geben, findet er. Und die Digitalisierung in den Schulen müsste vorangetrieben, elektronische Medien stärker in den Unterricht einbezogen werden.

Warum er zum Gymnasium gewechselt ist ? "Da wird schon auf einem höheren Niveau gearbeitet", sagt Justus Janßen, der 2020 sein Abitur bauen wird, dann vielleicht für ein Jahr nach England oder Amerika gehen will, um sein Englisch zu verbessern, und dann nach Frankfurt ziehen möchte, um dort Informatik zu studieren. "In Frankfurt gibt es extrem viele Rechenzentren und Banken." Im Oktober macht er sein Schulpraktikum an der Deutschen Bank in Frankfurt. "Die haben da eine richtige Digitalfabrik." Der junge Xantener könnte sich auch einen dualen Studiengang vorstellen, Wirtschaftsinformatik zum Beispiel.

Auch zur Bundespolitik und den Sondierungsgesprächen zwischen CDU und SPD hat er eine klare Meinung. "Es wäre gesünder, erst einmal miteinander zu sprechen, bevor man sich wieder öffentlich auslässt." Dass die FDP kurz vor knapp von Jamaika abgereist ist, findet Justus Janßen nicht gut. "Deutschland braucht eine Regierung. Es gibt genug Problemfelder, die endlich bearbeitet werden müssen. Da sollte man seine eigenen Befindlichkeiten hinten anstellen." Angela Merkel, so meint er, "war jetzt zwölf Jahre im Amt, hat extrem viel und auch Gutes für das Land getan. Aber irgendwann ist es an der Zeit, Platz zu machen für frische, junge Ideen".

Jeden Tag schaut der 16-Jährige Nachrichten und liest die Tageszeitung - online, versteht sich -, sitzt im Schnitt drei Stunden am Tag am PC - "ich mache meine ganzen Hausaufgaben am Computer" - und geht regelmäßig mit seinem Vater ins Fitnessstudio. Das Turbo-Abitur findet er gut: "Je eher ich die Schule verlassen und an meinen Plänen arbeiten kann desto besser."

Was er sich fürs Neue Jahr wünscht? "Eigentlich nichts Besonderes. Es läuft gerade alles gut - zumindest das meiste."

Quelle: RP
 
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