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Xanten
Kamp-Lintfort bekommt sieben Kinosäle

Xanten. Ein Investor aus Düsseldorf will in Kamp-Lintfort ein Multiplex-Kino für 900 Zuschauer errichten - und zwar auf einer Teilfläche des Zechengeländes. Von Anja Katzke

Ein Wunsch vieler Kamp-Lintfort könnte schon bald in Erfüllung gehen: ein Kino. Wie Bürgermeister Christoph Landscheidt im Stadtrat mitteilte, verhandelt die RAG Montan Immobilien als Eigentümerin mit einem Investor aus Düsseldorf über den Verkauf eines 4000 Quadratmeter großes Grundstücks auf dem Gelände des ehemaligen Bergwerks West. Am Kreisel zwischen Ringstraße und Moerser Straße (gegenüber vom Einkaufszentrum Ek3) will der Investor ein Multiplex-Kino mit sieben Sälen und 900 Zuschauerplätzen errichten.

Die RAG habe vor, die Fläche noch in diesem Jahr aus der Bergaufsicht zu entlassen und Planungsrecht für das Kino-Vorhaben zu schaffen. "Es stehen in Kürze ein erster Scoping-Termin und die Beteiligung von Trägern öffentlicher Belange an", berichtete Christoph Landscheidt im Stadtrat.

Betreiber des Kinos soll eine branchenerfahrene Unternehmerfamilie sein, die unter dem Namen "Cineworld" bereits Lichtspielhäuser in Düsseldorf, Recklinghausen, Stuttgart und auch Dresden unterhalte. Der Kino-Entwurf stammt laut Verwaltung von einem Kasseler Architekturbüro mit Namen Hansske Architekten, das aktuell ein großes Multiplex-Kino in Heidelberg baue. Das Büro habe bereits ähnliche Bauprojekte in Walldorf, Bensheim, Gotha und Baden-Baden umgesetzt. Wie die Stadtspitze berichtete, sei der Grundstückskauf so gut "wie in trockenen Tüchern". "Es gibt bereits erste Planungsvorgaben", sagte Wirtschaftsförderer Dieter Tenhaeff dem Gremium.

Das Kino könnte schon Ende 2017 in Kamp-Lintfort die ersten Blockbuster zeigen. Geplant sei, zwei der insgesamt sieben Säle mit 3D-Technik auszustatten. "Es soll ein multifunktionales Gebäude entstehen mit breiten Gängen und Platz für Tische, so dass das Lichtspielhaus auch für Modenschauen, Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt werden kann", informierte der Wirtschaftsförderer. Ein weiterer Vorteil sei die Nähe zur Hochschule Rhein-Waal. Auf dem Grundstück sollen auch Parkplätze für die Besucher entstehen. Tenhaeff geht davon aus, dass die komplette Region um Kamp-Lintfort Einzugsgebiet für das Kino sein wird. "Die nächsten größeren Häuser gibt es in Krefeld, Duisburg, Essen und Oberhausen. Die Nähe dürfte insbesondere für viele Jugendliche interessant sein", schätzt Tenhaeff.

Dass ein Kino mit insgesamt 900 Plätzen zu groß sein könnte für eine Stadt wie Kamp-Lintfort, glaubt der Wirtschaftsförderer nicht. "Kinobetreiber schreiben heutzutage schon bei einer Auslastung von 25 bis 30 Prozent schwarze Zahlen. Es muss nur ein Kracher im Kino laufen, dann sind die Häuser voll."

Kamp-Lintforts Bürgermeister Christoph Landscheidt zeigte sich zufrieden: "Das Kino-Projekt ist ein gutes Beispiel für das große Investitionspotenzial am Standort Kamp-Lintfort."

Quelle: RP
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