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Zum Sonntag
Karneval - Fest der Freiheit?

Xanten. Karneval ist die Zeit der Verkleidung und des Maskierens. Dieser Brauch ist ursprünglich heidnisch, da die Menschen in früheren Zeiten meinten, mit den Masken und Fratzen die Dämonen und bösen Gottheiten vertreiben zu müssen. Sie hatten Angst vor ihren Göttern. Wenn Christen heutzutage Karneval feiern, tun sie dies nicht aus einer Angst heraus, sondern als ein Zeichen der ausgelassenen Freude. Ob es den Karnevalisten bewusst ist oder nicht: Ihre lustige Maskerade wird zur Verspottung der Götter, die nicht mehr zu fürchten braucht, der den wahren Gott kennt. Die Masken drücken die übermütige Freude derer aus, die das einst Beängstigende zum Anlass des Lachens nehmen können, da sie in der Freiheit leben, die der Schöpfergott uns geschenkt hat.

Und Aschermittwoch? Ist es dann mit der Freiheit wieder vorbei? Engt dann die Kirche uns mit Fastenvorschriften wieder ein? Ganz im Gegenteil! Mit Aschermittwoch beginnt die Zeit, in der wir Christen diese Freiheit Gottes nochmals besonders "erlernen" dürfen. Die Fastenzeit bietet die Möglichkeit, all den Klamauk und die Oberflächlichkeiten unseres Alltags abzustreifen, um festzustellen, dass Gott nicht der Gegner unserer Freiheit ist, sondern ihr Grund. So kann Karneval als Fest der Befreiung und die Fastenzeit als Zeit des Aufspürens des Grundes dieser Freiheit uns helfen, den wahren Gott in unserem Leben zu entdecken.

Autor Dr. Oliver Rothe ist Kaplan der Katholischen Kirchengemeinde St. Viktor in Xanten.

Quelle: RP
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