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Xanten
Karneval-Nachlese: Lärmstress am Hafen

Xanten: Karneval-Nachlese: Lärmstress am Hafen
Das Xantener Ordnungsamt war beim Blutwurstsonntagszug im Einsatz und kontrollierte vor allem rund um den Markt. Bei vielen Jugendlichen wurden hochprozentige Getränke gefunden. FOTO: Armin Fischer
Xanten. Beim Bürgerforum gab es Kritik am Narrentreiben in Xanten. Musik aus dem Zelt zu laut. Görtz kündigt Gespräche an. Von Peter Kummer

Xanten Die jüngste Karnevalssession ist inzwischen Geschichte, das Thema aber trotzdem nicht vom Tisch. Im Gegenteil, denn jetzt geht es an die Manöverkritik der Beteiligten. Was ist gut gelaufen? Was nicht? Diskussionsbedarf besteht mehr als genug, wie sich jetzt beim Bürgerforum im Rathaus zeigte. Die zahlreichen Veranstaltungen am Hafen Lüttingen sorgen bei Anliegern generell für Verärgerung; das i-Tüpfelchen war aber ihren Angaben zufolge die "Ballermannmusik" (O-Ton) an den Tagen zwischen Aschermittwoch und Karnevalssonntag. Im Festzelt durfte nach Erlaubnis durch das Ordnungsamt in den ersten drei Nächten bis zwei Uhr gefeiert werden, am Sonntag bis Mitternacht.

Man habe vier Tage und Nächte nicht schlafen können, kritisieren sie. Der Lärm sei bis tief in die Nacht quer übers Wasser geschallt. Doch es ging nicht nur um die Karnevalsfeiern; auch die Veranstaltungen im Hafen am Plaza del Mar sollten reduziert werden, forderten Anwohner. Das Zelt sei nur "der krönende Abschluss gewesen. Die Bässe haben einen mit ihrem Rhythmus förmlich erschlagen".

Bürgermeister Thomas Görtz ist mit dem Ablauf des Karnevals in Xanten nicht zufrieden, berichtete er im Bürgerforum (rechts Vorsitzender Peter Hilbig). FOTO: Armin Fischer (arfi)

Auch Bürgermeister Thomas Görtz ist mit dem Ablauf von Karneval in Xanten nicht zufrieden, gab er unumwunden zu. "Es hat einige Beschwerden gegeben. Die Rufbereitschaft des Ordnungsamtes war mehrfach draußen." Stießen aber, wie es scheint, auf taube Ohren: Zwar hatten Mitarbeiter die Veranstalter des Zeltes aufgefordert, die Lautstärke runterzudrehen. "Doch wenn man sich rumdrehte, wurde die Musik wieder lauter gedreht. Das war kein schönes Spiel", erläuterte der Bürgermeister, der zwischen den Stühlen sitzt: Für die einen habe das Zelt zu weit draußen außerhalb der Stadt gestanden, für die Anwohner zu nah an den Wohnhäusern, erläuterte er.

Der Verzicht auf ein Festzelt sei keine Alternative. Das wäre für die Stadt eine Katastrophe. "Erzählen Sie das einmal einem Karnevalisten. Aber wir müssen überlegen, was sich ändern muss. Man kann zum Beispiel viel über die Technik erreichen", sagte Görtz, indem man sie so ausrichte, dass sich die Bässe nicht so ausbreiten könnten.

Was sich ändern sollte, dazu kommt er am 2. März mit den Veranstaltern zu einem Rückblick auf die letzte Session zusammen, um gemeinsam über Änderungen für die nächste Narrenzeit zu beraten. Ähnliche Gespräche hat es auch schon in der Vergangenheit gegeben.

Dann wird es nicht nur um die Feiern im Zelt gehen. Gemeint sind damit zum Beispiel Vorkommnisse am Karnevalssonntag beim Blutwurstumzug auf dem Marktplatz mit alkoholisierten Jugendlichen. Der Jugendschutz, so Görtz gegenüber der Rheinischen Post, sei da nicht eingehalten worden.

Eine generelle Reduzierung der Veranstaltungen aufs Jahr gesehen, wie es Anlieger des Hafens Lüttingen befürworten, ist allerdings fraglich. Er sei da zwiegespalten, betonte Görtz. Auf der einen Seite stünden die Wünsche der Anwohner, auf der anderen Seite sei die Stadt an solchen Angeboten interessiert.

Quelle: RP
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