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Xanten
Kein weiterer Salzabbau in Richtung Wardt mehr geplant

Xanten. Die von Kritikern eines Salzbergbaus unter Xanten vorgelegte Karte ist nicht mehr aktuell. Das ergab eine Recherche der Redaktion beim Oberbergamt in Arnsberg. Die Entwicklung habe den Plan "hinsichtlich der damaligen perspektivischen Abbauplanung überholt", sagte der Pressesprecher Abteilung Bergbau und Energie in NRW, Andreas Nörthen, auf Nachfrage. Von Peter Kummer

Der Plan zeigt unter anderem das genehmigte Abbaugebiet bis 2025 unter der Bislicher Insel. Eine weitere Linie darüber hinaus gibt den Einwirkungsbereich von Bergsenkungen größer gleich zehn Zentimeter wieder. Eine dritte Linie, die ein Gebiet weit nach Norden einschließlich Xanten Stadt und das Terrain bis nach Wardt einschließt, ist hingegen Geschichte. Dieses Gebiet war nicht Gegenstand der damaligen Zulassung für den Rahmenbetriebsplan bis 2025. Der damalige Bergwerksunternehmer Solvay hatte zwar damals perspektivisch einen möglichen späteren Salzabbau nachrichtlich aufgezeichnet, doch dann ging das Unternehmen einen anderen Weg.

Bei Gründung der esco wurde nur ein Teil des Solvay-Grubenfeldes auf die esco übertragen. Die nördliche Grenze des esco-Grubenfeldes liegt in etwa auf Höhe des Augustusringes (Rheinfähre-Landstraße in Richtung Sonsbeck), beschränkt sich also im Wesentlichen auf die Bislicher Halbinsel. Nörthen: "Insofern ist die in den Plan eingefügte Überschrift ,Aktuelles und künftiges Salzabbaugebiet über Xantener Stadtgebiet' falsch, da kein Salzabbau direkt unter Xantener Stadtgebiet genehmigt ist." Auch der Borther Werksleiter Hans-Werner Gerland hatte gegenüber der Redaktion schon betont, dass esco dort oben keinen Besitz habe. Das Unternehmen orientiere sich eher in Richtung Westen.

Dass der Salzabbau unter der Bislicher Insel und die von der Lineg geplanten Schutzmaßnahmen gegen Hoch- und Grundwasser auch im ersten Bürgerforum thematisiert wurden, war abzusehen. Die Zeit drängt für die Kritiker, um gegen die Pläne der Lineg Einwände zu erheben. Denn zu dem Zeitpunkt lagen die Pläne noch offen. Die Frist ist am Monatsende abgelaufen. "Die Öffentlichkeit hat einen Anspruch darauf zu erfahren, wo demnächst Bergbau betrieben wird", wetterte Hans-Peter Feldmann aus Birten, einer der entschiedensten Kritiker des unterirdischen Salzabbaus. Er betonte, der Plan sei aktuell. Er habe ihn erst vor einigen Jahren vom Oberbergamt in Arnsberg erhalten. "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht komplett absaufen so wie Hamminkeln im vergangenen Jahr bei dem Starkregenereignis."

"Es ist gefährlich, wie hier argumentiert wird. Es stimmt nicht, dass unter der Stadt Bergbau betrieben wird. Es gibt keinen Plan für einen Bergbau unter Xanten", beschwichtigte der Technische Dezernent Niklas Franke. Harald Rodiek, Chef des Dienstleistungsbetriebs Xanten betonte, dass die Überschwemmungen im vergangenen Sommer nicht im Zusammenhang mit dem Bergbau stehen. Vielmehr hatte der Deichverband die Entwässerungsgräben nicht freigeschnitten, so dass sich das Regenwasser gestaut habe.

Esco-Kritiker Hermann Janßen warf der Stadt Tatenlosigkeit vor. Andere Kommunen wie Rheinberg hätten ihre Bürger über die Pläne der Lineg zu wasserwirtschaftlichen Maßnahmen und über die Möglichkeit, bei der Offenlage dagegen Einspruch einzulegen, informiert. "In Xanten ist nichts passiert." Janßen schlug vor, die Einspruchsfrist zu verlängern.

Franke hielt dagegen: Die Pläne der Lineg liegen seit Wochen öffentlich aus. Das sei auch öffentlich bekanntgegeben worden. Der Kreis Wesel plane einen Erörterungstermin, Vertreter der Lineg würden demnächst im Planungsausschuss und im Rat über die geplanten Maßnahmen informieren.

Quelle: RP
 
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