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Xanten
Keine Woche ohne Vandalismusschäden

Xanten: Keine Woche ohne Vandalismusschäden
Rainer Terschluesen (v.l.), Goran Sain und Zarko Simic vom Stadtcafé Xanten haben es satt: Nach eigenen Angaben räumen sie Woche für Woche die Blumenkübel wieder an Ort und Stelle. Sie fordern die Stadt auf, aktiv zu werden. FOTO: Lörcks
Xanten. Die Betreiber des Stadtcafés beklagen die Zerstörungswut in der Stadt. Die Polizei empfiehlt, Anzeige zu erstatten. Von Julia Lörcks

In der Nacht von Samstag auf Sonntag war es mal wieder so weit: Als Rainer Terschluesen gegen 4 Uhr in der Früh das Stadtcafé am Markt/Ecke Marsstraße in Xanten betrat, stolperte er zuvor über drei Blumenkübel. Sie lagen quer auf der Marsstraße verteilt. Terschluesen packte die Wut und rief die Polizei an. Schließlich war es nicht das erste Mal, dass seine Blumenkübel beschädigt wurden. "Mittlerweile herrscht doch das ganze Jahr über blanke Zerstörungswut in Xanten", sagt Terschluesen. Diesmal hat er betrunkene Besucher des Oktoberfestes für den Vandalismus in Verdacht. Beweisen kann er es nicht.

Denn Terschluesen hat - auch zum Leid der Polizei - keine Anzeige erstattet. "Dadurch treten die Vorfälle auch nicht in unserer Statistik auf. In den vergangenen zwölf Monaten haben wir auf dem Markt und auf der Marsstraße in Xanten keinen Schwerpunkt verzeichnet", sagt Timm Wandel, Sprecher der Kreispolizei. Er empfiehlt jeglichen Vandalismusschaden bei der Polizei zu melden. "Erst danach können wir aktiv werden, alles andere gestaltet sich als sehr, sehr schwierig."

Terschluesen, der zwar Inhaber der Immobilie, aber nicht Betreiber des Stadtcafés ist, hat nun die Mitarbeiter des Unternehmens sensibilisiert. "Wir können nicht immer nur zuschauen und aufräumen - es muss sich auch etwas ändern." Sein Appell richtet sich dabei auch an die Stadtverwaltung. So habe er jedes Jahr Beschwerde beim Ordnungsamt eingereicht. Geschehen ist bisher nichts. Nur so viel: "Wenn die städtischen Blumenkübel am Markt zerstört werden, dann kommt am nächsten Tag der DBX, repariert und tauscht aus. Das zahlt der Steuerzahler. Wenn bei uns die Blumenkübel umgerissen und beschädigt werden, bleiben wir auf unseren Kosten hängen. Das sind immerhin dreistellige Beträge pro Woche", so Terschluesen. Mit Sorge blickt er bereits gen Weihnachten. "Das ist eigentlich die schönste Zeit im Jahr. Tausende Lämpchen glühen und sorgen für eine Wohlfühlatmosphäre. Wenn sie nicht abends oder am Wochenende von Vandalen abgerissen oder die Kabel durchtrennt werden. Nach 18 Uhr werden hier doch mittlerweile die Bürgersteige hochgeklappt."

Auch in dieser Sache richtet sich seine Kritik an die Stadt. Seiner Meinung nach könnten Verwaltung und TIX mal wieder mehr für das Zentrum, für die Dom- und Siegfriedstadt machen. Noch ginge es den Geschäftsleuten dort gut, doch die immer weniger werdenden Tagestouristen machen sich langsam, aber sicher bemerkbar.

Quelle: RP
 
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