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Xanten
"Kinder kennen keine Sprachbarrieren"

Xanten: "Kinder kennen keine Sprachbarrieren"
Am Glücksrad in Sonsbeck bei Peter Pan: Jessica und Carolin (beide 11 Jahre) und Anni Bongarts (von Peter Pan). OO FOTO: Ostermann, Olaf (oo)
Xanten. Zum Weltkindertag standen gestern in Xanten, Sonsbeck und Alpen Kinderlachen, Spiel und Spaß im Vordergrund. Feste und Aktionen bescherten unbeschwerte Stunden. Flüchtlingskinder waren ausdrücklich willkommen. Von Beate Wyglenda

Quietschvergnügt pustet Elias die nächste Seifenblase aus, lacht laut auf und rennt dem bunt schimmernden Ball schnell hinterher, um ihn wieder einzufangen. Davon, dass in anderen Teilen der Welt Kinder schwer schuften müssen, dass rund 66 Millionen Kinder Hunger leiden oder von Krieg und Krisen gebeutelt sind, weiß der Zweieinhalbjährige noch nichts. "Und das ist vorerst auch gut so", betont seine Mutter Annabell Trautmann. "Kinder haben ein Recht auf Unbeschwertheit, darauf, sorgenfrei Kind sein zu dürfen", ergänzt sie. An gleich drei Stationen wird genau dies heute gefeiert. Die Kindertagesstätte (Kita) des Awo-Familienzentrums Xanten etwa hat ihr Kooperationsfest unter das Motto "Mit den Augen der Kinder sehen" gestellt. Auch auf dem Vorplatz des Kastells in Sonsbeck wird in Zusammenarbeit aller Vereine Kindern beim 14. Aktionstag eine schöne Zeit beschert. Nicht nur lustig, sondern auch lehrreich, geht es dafür beim Lese- und Spieletag in Alpen zu.

Im Tippi in der Bücherei in Alpen gab Irmtraut Gluzek eine Einführung in die Welt der Indianer FOTO: arfi

Annabell Trautmann und ihr Sohn machen es sich in Xanten gemütlich. Obwohl: Nach Gemütlichkeit steht Elias gerade nicht der Sinn. Viel lieber jagt der Wildfang seinen Riesenseifenblasen hinterher, klettert die Rutsche hoch und saust wieder runter. Auch die Slackline fasziniert den Jungen, doch dafür ist Elias noch etwas zu klein.

Die Kinder in Xanten haben Karten mit Wünschen für andere Kinder an die Luftballons geknotet. FOTO: Olaf Ostermann

Ariane hingegen ist alt genug. Problemlos meistert die Zehnjährige den Balanceakt. Ihrem vierjährigen Bruder David hilft sie an der Hand hinüber. Und währen der dritte im Bunde, Kevin (9), schaukelt, erfreut sich Mutter Margerite Cellar an dem Spaß der Kinder. "Es ist einfach schön, die drei so unbekümmert spielen zu sehen", sagt sie. Gerade da die gebürtige Kasachin am eigenen Leib erleben musste, dass ein voller Bauch keine Selbstverständlichkeit ist, genießt sie es, ihren Kindern ein anderes Leben ermöglichen zu können. "Kinder willkommen", heißt das Motto des Weltkindertages 2015. "Und zwar aller Nationen", ergänzte das Sonsbecker Organisationsteam in seiner Einladung zum Aktionstag am Kastell. "Kinder kennen keine Sprachbarriere. Sie spielen einfach drauf los, gleich welcher Nation ihre Gefährten sind", sagt Mila Verhülsdonk von der Gemeinde Sonsbeck. "Und da wir einige Flüchtlinge in unserer Mitte haben, ist dieses Fest auch eine Chance zur Integration."

Überladene Züge: Flüchtlinge auf dem Weg nach Zagreb FOTO: dpa, ab jak

Seit 14 Jahren wird in Sonsbeck der Tag der Kinder groß gefeiert. Alle Vereine helfen mit, beteiligen sich an Spielen, Aufführungen und Bastelaktionen. Wo normalerweise Autos durchbrettern, wird nun Mikado, Vier gewinnt und Dame gespielt. Auch Hüpfburg, Glücksrad und Slalomlauf sind begehrte Ziele, während drinnen "Hans im Glück" über die Bühne läuft.

Um Märchen und Geschichten dreht sich auch alles in der Stadtbücherei in Alpen. Hier hat der Kinderschutzbund gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde zum Lese- und Spieletag geladen. Gelesen wurde inzwischen bereits: Irmtraut Gluzek trug den kleinen gespannten Zuhörern die ersten Passagen aus dem Buch "Himmelsauge" vor. In der kindgerechten Indianergeschichte geht es um einen weißen Jungen, der in der Prärie zurückgelassen, von einem Indianerstamm gefunden wird. "Nun dürfen die Kinder an drei Bastelstationen ihre Gedanken zum Thema kreativ ausleben", erklärt Mitorganisatorin Irmgard Gräven. Neben Kopfschmuck, Armbändern und Bildern, steht auch eine Trommel auf dem Programm. Und die hat einen bestimmten Zweck: "Später laufen wir trommelnd durch den Markt, um auf alle Kinder in der Welt aufmerksam zu machen", so Gräven.

Quelle: RP
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