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Xanten
Kirchen setzten Zeichen gegen Kinderarbeit

Xanten: Kirchen setzten Zeichen gegen Kinderarbeit
Bei der Unterzeichnung (v. l.): Propst Klaus Wittke, Marie-Louise Jordan-Theußen, Ralph Neugebauer und Wolfgang Willnauer-Rosseck. FOTO: Ostermann
Xanten. Beim "Fairen Frühstück" gab es einen neuen Besucherrekord mit rund 150 Gästen. Die Propsteigemeinde St. Viktor und die evangelische Kirchengemeinde unterzeichneten die "Magna Charta Oecumenica". Von Beate Wyglenda

Nahrhaft, lecker und fair starteten die Xantener am Samstag in der Mesa der Marienschule in den Tag. Zum sechsten Mal lud die Eine-Welt-Gruppe Xanten (EWGX) zusammen mit der Kolpingsfamilie Xanten im Rahmen der Fairen Woche zum "Fairen Frühstück" ein. Begleitet von einem neuen Besucherrekord mit rund 150 Gästen, verpflichteten sich die Propsteigemeinde St. Viktor und die evangelische Kirchengemeinde Xanten-Mörmter mit der Unterzeichnung der "Magna Charta Oecumenica" ausbeuterischer Kinderarbeit entgegenzuwirken.

Immer noch müssen weltweit gut 250 Millionen Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen arbeiten. Häufig sind sie in Minen und Steinbrüchen oder in der Textilindustrie etwa in Indien zu finden. Sie arbeiten auf Kaffee- oder Kakaoplantagen oder als Leibeigene in Haushalten. "Ein Nein zu Kinderarbeit - was für uns alle privat selbstverständlich zu sein scheint - ist in der rauen Wirklichkeit der freien Wirtschaft noch keineswegs automatisch so", erklärte der Vorsitzende der EWGX, Dr. Wolfgang Schneider. Er betonte: "Dies betrifft auch unsere Kirchengemeinden." So haben bereits 53 Ruhrgebiets- und angrenzende Städte - darunter Xanten - mit der "Magna Charta" eine Erklärung gegen ausbeuterische Kinderarbeit unterschrieben. Mit der Konvention 182 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) hat sich auch die Europäische Union dazu verpflichtet, alle Formen ausbeuterischer Kinderarbeit zu beenden. "Die Europäische Wertegemeinschaft achtet und bewahrt die Rechte des Kindes und fühlt sich dem Schutz der Kinder weltweit verpflichtet", sagte Dr. Schneider. "Und auch wir fühlen uns als Kirchengemeinden dazu aufgerufen, unserer globalen Verantwortung gerecht zu werden. Wir unterstützen diese Verpflichtung", hob er hervor. Dabei stelle man sich nicht nur gegen jegliche Form der Ausbeutung von Kindern und zeige festen Willen, wann immer möglich für Kinderrechte einzutreten, sondern strebe auch die Stärkung des Fairen Handels als einzige echte Alternative zur ausbeuterischen Arbeit an, heißt es in der Erklärung. "Das sind zwei Seiten derselben Medaille", verdeutlichte Dr. Schneider.

Mit der Unterzeichnung durch Pfarrer Wolfgang Willnauer-Rosseck und den stellvertretenden Presbyteriumsvorsitzenden Dr. Ralph Neugebauer sowie durch Propst Klaus Wittke und die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Marie-Louise Jordans-Theußen gaben beide Kirchengemeinden ihr schriftliches Versprechen ab. Für Pfarrer Willnauer-Rosseck ein wichtiger Schritt: "Alles, was man privat mit sich ausmacht, kann nächste Woche schon wieder vernachlässigt werden", bemerkte er. Mit einer öffentlichen Erklärung dagegen binde man sich stärker. "Man ist anderen Rechenschaft schuldig. Damit zwingt die Erklärung einfach dazu, bewusster zu planen und zu handeln, auch wenn es unangenehmer wird", erklärte er. Zeitgleich rege ein solcher Schritt bekannter und wichtiger Gruppen der Gesellschaft auch zahlreiche Menschen zum Nachdenken an.

Auch Nicole Hegering, die mit den Kindern Caya (2) und Samuel (6) sowie Oma Renate Fischer zum Frühstück gekommen ist, begrüßte das offizielle Versprechen: "Mit der Unterzeichnung beziehen die Kirchengemeinden ganz klar Stellung und setzen ein öffentliches Zeichen für das Engagement für eine bessere Welt."

Quelle: RP
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