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Xanten
Ein Flair wie im Pariser Künstlerviertel

Klein Montmartre in Xanten: Ein Flair wie im Pariser Künstlerviertel
Die Stadtbummler suchten das Gespräch mit den Künstlern. Das freute auch Künstlerin Nadja Zikes aus Oberhausen. Sie präsentierte auf dem Kunstfest großformatige Frauen-Porträts. FOTO: Ostermann, Olaf (oo)
Xanten. Das Kunstfest "Klein Montmartre" lockte die Menschen tausendfach in die Stadt. Mehr als 50 Künstler stellten ihre Werke aus. Malereien reihten sich an Holzskulpturen und Keramikwerken. Besucher und Künstler waren zufrieden. Von Beate Wyglenda

Es brummte und surrte am Wochenende an der Klever Straße. Das Kunstfest "Klein Montmartre" lockte die Menschen tausendfach in die Stadt. Die Sonne brannte, die Kunstwerke reizten und die Massen schoben sich langsam von Stand zu Stand. Ein ruheloses Getümmel. Und gerade deshalb verströmte die elfte Auflage des Xantener Künstlerfestes noch mehr als sonst den besonderen Zauber des französischen Originals.

Mehr als 50 Künstler und Kunsthandwerker stellten ihre Werke aus. Großformatige Malereien reihten sich an fein ausgearbeitet Holzskulpturen, detailverliebte Tuschzeichnungen an überdimensionale Metallmobiles, aufwendige Collagen an ausgefallenen Upcycling-Schmuck. Es gab Glaskunst, Fotografien, Keramikwerke und Radierungen, Schmuckobjekte, textile Kunst, Lithographien und Linolzuschnitte zu sehen. Dazu eine schier unbegrenzte Auswahl an Malereien, in Öl, Acryl oder Aquarell, auf Leinwand, Papier oder Leinenstoff, abstrakt, realistisch oder naturalistisch.

Vor dem Klever Tor bestaunten die Besucher des Kunstfests bunte und fröhliche Figuren aus Blech. FOTO: Ostermann

Übertroffen wurde die Vielfalt der Kunststile allein von der Anzahl der Gäste. Zu tausenden strömten die kunstinteressierten Besucher zu dem kleinen Markt zwischen Klever Tor und Mitteltor. Dicht gedrängt bewegten sie sich von Stand zu Stand. "An so mancher Engstelle ist ein Vorwärtskommen nur noch im Einklang zur Masse möglich", bemerkte Sascha Salzner lachend. "Ich wollte vorhin sogar etwas kaufen, wurde mit dem Strom aber weitergezogen", ergänzte er mit Augenzwinkern. Das Flair des Pariser Künstler- und Vergnügungsviertels war nie deutlicher zu spüren als in diesem Jahr.

Die Künstler und Kunsthandwerker jedenfalls freute die Resonanz. Auch die Kunstschaffende Elke Becker war begeistert. "Ich habe den Markt schon häufiger als Gast besucht. Dieses Jahr stelle ich zum ersten Mal meine Werke hier aus. Und ich bin wirklich sehr zufrieden", erzählte sie. "Die Besucherzahlen stimmen, und die Leute sind sehr interessiert und angetan von meiner Kunst. Viele fragen sogar genauer nach", ergänzte sie erfreut. Von den fantasievollen Bildmotiven des spanischen Malers Joan Mirò inspiriert, entwirft Becker große Mobiles aus Metall.

Manche sind aus ausgemusterten Gebrauchsgegenständen entstanden wie ihr Werk "Das geballte Glück", das aus Hufeisen gefertigt wurde, hinter anderen steckt eine politische oder philosophische Aussage wie beim Mobile "Die Himmelsträgerin". Entsprechend wichtig ist Becker, vor dem richtigen Publikum auszustellen. Das gehobene Niveau beim Klein Montmartre gefalle ihr da besonders gut, verriet die Künstlerin.

Auch der Hobbykünstler Alexander Lehman aus Rheinberg fühlte sich wieder wohl beim Xantener Künstlermarkt. Zum dritten Mal zu Gast, führte der Holzschnitzer auch diesmal sein Handwerk vor Publikum vor. Wer sich traute, durfte sogar selbst mit Hand anlegen. "Vor allem Jungs haben Spaß daran, sich an den Werkzeugen zu versuchen", erzählte der Kunsthandwerker. "Aber mir selbst macht es ebenso viel Freude, Kinder und Jugendliche damit näher an die Kunst heranzuführen", ergänzte er.

Quelle: RP
 
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