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Interview Martin Zingsheim
Kopfkino: Musik-Doktor ist ins Comedy-Fach abgerutscht

Xanten. RHEINBERG "Kopfkino" lautet der vielversprechende Titel des neuen Soloprogramms von Martin Zingsheim. Damit gastiert der Kabarettist und promovierte Musikwissenschaftler am Freitag, 22. April, 20 Uhr, in der Stadthalle Rheinberg.

Herr Zingsheim, auf "Welttournee durch den deutschsprachigen Raum" landen Sie mit Ihrem neuen Programm in Rheinberg. Was wissen Sie über die Stadt?

Martin Zingsheim Eigentlich nicht so viel. Ich habe die Stadt aber in guter Erinnerung; ich gastiere jetzt zum zweiten Mal in Rheinberg. Als "fahrender" Künstler kennt man sich ja eher mit Hauptbahnhöfen und Autobahnkreuzen aus, von den Städten selbst sieht man eher weniger.

"Kopfkino" heißt das Programm. Auf was darf sich das Publikum in Rheinbergfreuen?

Zingsheim Auf jeden Fall auf einen spannenden Abend, an dem es vor allem um den Zusammenhang von Sprechen und Denken geht. Und darum, wie wir von Vorurteilen und Klischees bestimmt werden. Es gibt aber auch Musik - ein "Wiederhören" mit den Hits der 90er Jahren.

Sie sind frisch promovierter Musikwissenschaftler. Was treibt Sie da auf die Kabarettbühne?

Zingsheim Dahinter steckt keine Strategie. Ich bin vielmehr in die Comedy-Szene "abgerutscht" und über mehrere Umwege auf die Bühne gestolpert: Ich war unter anderem Keyboarder im Springmaus-Theater, dann hat mich Sebastian Pufpaff in seine Show geholt. Zunächst dachte ich noch, ich könnte beides unter einen Hut bekommen: Kabarett und Wissenschaft. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass mir das Leben auf der Bühne einfach liegt. Mein Studium kommt mir da auch zugute: Hoch spezialisierte Geisteswissenschaftler sind oft unfreiwillig komisch, diese sprachlichen Absurditäten fließen in meine Programme ein.

Sie haben sehr schnell die Kleinkunstszene erobert, schon viele Preise eingeheimst. Wie macht man das, wenn man "irgendwie auf die Bühne gestolpert ist"?

Zingsheim Darüber denke ich gar nicht nach. Ich verlasse mich auf mein Bauchgefühl und mache, was mich begeistert. Sagt man nicht, man soll ja immer von sich auf andere schließen? Ich kann es selbst kaum glauben, dass ich auf rund 180 Auftritte im Jahr komme, viele davon auch auf großen Bühnen. Aber auch hier gilt: Das war nicht strategisch geplant. Ich bin in meinem Leben eher Passagier als Pilot.

Nicole Maibusch führte das Interview.

TICKETS FÜR DIE VORSTELLUNG GIBT ES ZUM PREIS VON 16 EURO IM KULTURBÜRO DER STADT (02843 171271) UND IN DER BUCHHANDLUNG SCHIFFER.

Quelle: RP
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