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Xanten
Krimi-Zwerge erobern Aula der Marienschule

Xanten: Krimi-Zwerge erobern Aula der Marienschule
Wer hat Schneewittchens Prinzen ermordet? Die Theater AG der Marienschule führte einen "Grimmi" in der Aula auf. FOTO: Armin Fischer
Xanten. Die Mörder von Schneewittchens Prinzen: Märchenwelt und Realität beim "Grimmi" "Rot wie Blut" verschwammen bei den Aufführungen der Theater AG. Die Mädchen gingen voll in ihren Rollen auf. Von Peter Gottschlich

Ein besonderes Faible für Märchen hat Ina Foitzik. "Die Personen haben so viele Facetten", sagt die Deutschlehrerin der Marienschule. "Die Schüler können sich in den Rollen frei entfalten. Im Grunde sind Märchen auch gesellschaftskritisch." Deshalb wählt die 31-Jährige zusammen mit ihren Schülerinnen der Theater-Arbeitsgemeinschaft immer wieder Märchen aus, die sie einüben und spielen.

In diesem Schuljahr entschied sich die Gruppe sich für eine Krimi-Weiterführung "Rot wie Blut" des Märchens Schneewittchen, das von den Gebrüdern Jacob und Wilhelm Grimm festgehalten wurde. Das Ergebnis dieses "Grimmis" präsentierten die Realschülerinnen erst intern für die Mitschülerinnen der achten bis zehnten Klasse und am Abend den Geschwistern, Eltern und Großeltern der jungen Schauspielerinnen. "Leider fiel am Donnerstag die Vorstellung für die fünfte bis siebte Klasse durch das Unwetter aus", berichtete die Leiterin der Theater-AG. Schade: "Wir können sie nicht nachholen, weil wir die Schülerinnen nicht noch einmal aus dem Unterricht abziehen können. Außerdem ist die Aula jetzt durch die Musical-AG belegt. Sie probt für ihre Vorstellung."

Immerhin 21 junge Damen gehören der Theater-AG an, die sich seit den Sommerferien jeden Donnerstagnachmittag traf, um sich mit dem Krimi-Märchen "Rot wie Schnee" auseinzusetzen, das von Ursula Ullrich, Barbara Seeliger und Horst Schmidt geschrieben wurde und Personen aus verschiedenen Grimm'schen Märchen zusammentreffen lässt. Darin lebt Schneewittchen unglücklich mit ihrem Prinzen zusammen, der sie gerettet hat. Doch der Prinz liebt nicht nur seine Prinzessin, die einmal "weiß wie Schnee, rot wie Blut und schwarz wie Ebenholz" war. Er hat genauso ein Auge auf Aschenputtel, Dornröschen und Rapunzel geworfen.

Und: Plötzlich wird er im Schloss ermordet aufgefunden. Ein Messer hat sein Herz durchbohrt. Kommissar Küster alias Sarah Demuth, kommt, um vom König (Franziska Kalscheur) eine märchenhafte Anweisung zu erhalten, die genauso unerfüllbar ist, wie aus Stroh Gold zu spinnen. Er soll die Mörderin oder den Mörder des Prinzen finden, aber außerhalb des Schlosses. Gleichzeitig misstraut der König dem Kommissar. So beauftragt er das tapfere Schneiderlein, den Fall aufzuklären.

Das reist mit seinen beiden Pferden Fallada (Hannah Schwarz und Laura Wieland) zu den sieben Zwergen, die er tot auffindet, weil sie kurz zuvor Äpfel gegessen hatten, die ihnen im Hals steckengeblieben sind.

Kommissar Küster nimmt das tapfere Schneiderlein als Verdächtigen fest, das einen märchenhaften Vorgang vorhersagen kann. Die Zwerge werden wieder lebendig, weil ihnen die Apfelstücke aus den Hälsen fallen, als sie zu einem Krankenhaus transportiert werden.

Noch märchenhafter wird es für den Kommissar, als sein Sohn Peter, alias Ronja Leyendecker mit seinem Teddybären "Rotkäppchen und der Wolf" nachspielt. Er verzweifelt daran, wie sich Märchenwelt und Realität miteinander verweben. Er will dem Treiben ein Ende setzen. Damit wird er für das tapfere Schneiderlein zum Verdächtigen - wie umgekehrt. Oder sind beide Mörder?

Wie mehrfacher Szenenapplaus zeigte, kam der "Grimmi" "Rot wie Blut" bei 270 Besuchern an. Schließlich waren die jungen Schauspielerinnen in ihren Rollen aufgegangen.

Quelle: RP
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