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Xanten
Künstler zeigen ihre "Sichtweisen"

Xanten. Simone Ghin und Randolf Vastmans stellen im Ratssaal der Stadt Xanten aus. Besuch aus Salisbury bei der Eröffnung. Von Erwin Kohl

"Die Ausstellung zeigt, wie schön unsere Stadt ist und wie viele unterschiedliche Perspektiven und Sichtweisen sie bietet", erklärte Xantens Bürgermeister Thomas Görtz zur Eröffnung einer Ausstellung der beiden Künstler Simone Ghin und Randolf Vastmans im Ratssaal der Stadt. Ehrengäste der Vernissage waren der Bürgermeister der Xantener Partnerstadt Salisbury, Mr. Andrew Roberts, und seine Frau Deborah.

Den Titel der Ausstellung "Sichtweisen" haben die beiden Künstler bewusst gewählt. "Der Begriff bezeichnet zum einen unterschiedliche Perspektiven, zum anderen steht der Wortteil Weisen als Umschreibung für Lieder oder Kompositionen. Beides ist charakteristisch für diese Ausstellung", so Vastmans.

Mit der Kamera eröffnet der Xantener einen anderen Blickwinkel auf die Stadt, beispielsweise vom Heesweg inmitten der Natur, oder hält den Augenblick fest und verleiht ihm künstlerische Tiefe. Immer wieder, gerade bei Aufnahmen wie der vom auf dem Pflaster sitzenden Straßenmusiker, verzichtet Vastmans auf Farben und erhöht so die Ausdruckskraft des Bildes. "Den Menschen fotografiert man in Farbe, seine Seele in Schwarzweiß", so Vastmans. Seine schönsten Aufnahmen aus der Domstadt hat der Fotograf in einem Kalender für das kommende Jahr zusammengestellt, der ab sofort bei der Tourist Information erhältlich ist.

Eine gänzlich andere Herangehensweise hat die in Sonsbeck aufgewachsene Dresdener Künstlerin Simone Ghin. Sie bespannt ihre Leinwände mit Seide, die sie anschließend mit weichen, fließenden Farben bemalt. "Seide ist transparent, der weiße Untergrund der Leinwand kommt durch, auf diese Weise verleihe ich den Bildern ganz bewusst Tiefe", erläutert Ghin. Mit aufgeklebtem Tiffany-Glas oder Spiegelscherben fügt sie ihren Werken zudem eine dritte Dimension hinzu. Die kann je nach "Sichtweise" unterschiedliche Darstellungen auslösen, sehr schön zu sehen an einem Pinienhain in der Toskana.

"Je nach Lichteinfall kommt einem der Himmel entgegen oder aber die sanften Hügel", so Ghin. Obgleich ihre Art der Malerei gegenständlicher Natur ist, lässt sich die Wahl-Dresdenerin bei der Entwicklung ihrer Werke von ihrer Kreativität treiben. "Meine Bilder entwickeln sich ganz leise. Es ist beinahe so, als wachsen sie aus mir heraus." Beim Spiel mit dem Licht lässt sie sich von Impressionisten wie Claude Monet inspirieren, dessen Bild der japanischen Brücke Simone Ghin mit Glasscherben eigenwillig interpretiert hat.

Die Ausstellung kann noch bis zum 30. November zu den Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden. "Sollte jemand am Wochenende hierher kommen wollen, darf er sich gerne bei mir melden", bietet Randolf Vastmans darüber hinaus an: 0151 41900322.

Quelle: RP
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