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Xanten
Kunst der australischen Ur-Einwohner

Xanten: Kunst der australischen Ur-Einwohner
Frank Popko sammelt seit 30 Jahren Werke der der Aborigines. Er steht vor einem Bild des Malers Kubbitji. FOTO: arfi
Xanten. Die Ausstellung "Alte Zeichen Moderne Kunst", Malerei der Aborigines, zeigt Werke aus der Sammlung von Frank Popko. Von Heidrun Jasper

Er ist 1958 in Potsdam geboren, lebt in Isselburg-Anholt, arbeitet als Grabungstechniker in der Archäologie und sammelt seit 30 Jahren Kunst. Bilder, die Aborigines gemalt haben, australische Ureinwohner, die im Zentrum und der westlichen Wüste leben. Vielmehr lebten. Denn 90 Prozent der Künstler aus der Sammlung von Frank Popko, die er ab Sonntag, 4. September, dank des Kunstvereins Xanten in der Galerie im Dreigiebelhaus ausstellt, sind bereits verstorben.

30 Bilder hat Frank Popko für die Ausstellung ausgesucht, allesamt Unikate. Acryl auf Leinwand, vorwiegend Dot-Paintings, Punktmalerei. So beispielsweise den "Rinderhirten" von Billy Stockman, ein Aborigine vom Stamm der Anmatyerre und bekannter Maler Australiens, 1927 bei Ilpitri geboren. Er war ein Jahr jung, als seine Mutter während des Coniston-Massakers 1928 getötet wurde. Billy Stockmann überlebte, weil ihn seine Mutter in einem Coolamon, einer Tragetasche, versteckte und sein Vater, der auf der Jagd war, ihn später dort fand. Seine Bilder sind in zahlreichen Sammlungen weltweit vertreten.

"Western Desert Aboriginal Art" nennt sich die Malereibewegung, die in den 70er Jahren beginnt und die es dem Kunstsammler aus Anholt besonders angetan hat. Die Motive der Bilder, die er bei Agenten kauft, die weltweit auf dem Kunstmarkt unterwegs sind, stehen in Zusammenhang mit der Geschichte der Erschaffung Australiens. Motive wie Pflanzen oder Tiere. "Emu Dreaming" beispielsweise hat der australische Künstler Kubbitji Mitte der 90er ein Bild genannt, das Frank Popko auf dem internationalen Kunstmarkt für Aboriginees Art gekauft hat und das er in der Ausstellung zeigt. An anderer Stelle hängen ein Turkey Tolson und ein Wenten Rubuntja, letzterer nicht nur bekannter Maler, sondern auch Aktivist für die Rechte der Aborigines. Ein Stückchen weiter ist ein Bild von Clifford Possum zu sehen, dem wohl bedeutendsten Künstler in Aboriginees Art. Ein Maler, von dem der australische Staat vor einigen Jahren ein Werk für 2,5 Millionen Euro gekauft hat! Zwei großformatige Bilder seiner Lieblingskünstlerin Pansy Napansgardi (sie lebt in Alice Springs) hat Frank Popko an der Wand aufgehängt, auf die der Besucher direkt zusteuert, wenn er die Treppe zur Galerie im Dreigiebelhaus hochsteigt. Und er freut sich, dass der Kunstverein Xanten ihm eine Plattform bietet, 30 seiner Bilder australischer Künstler zu zeigen, die er aber auf keinen Fall verkaufen will. "Der Sammler sammelt nicht für die Wand, sondern für den Schrank" gilt also hier nicht...

Quelle: RP
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