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Xanten
Live-Schaltung zu den Mitschülern in Kenia

Xanten: Live-Schaltung zu den Mitschülern in Kenia
Von ihren Erfahrungen in Kenia berichteten Zoe Sanders, Rike Verweyen-Thenagels, Larissa Bettray und Jule Exner den Mitschülern. FOTO: Olaf ostermann
Xanten. Zoe Sanders, Rike Verweyen-Thenagels, Larissa Bettray und Jule Exner vom Stiftsgymnasium erleben spannende Tage in Afrika. Von Erwin Kohl

"Vor allem mittags ist es hier richtig heiß. Ohne Hut oder Käppi holt man sich ganz schnell einen Sonnenstich", erzählt Jule Exner ihren Mitschülern. Die sitzen in der Mensa des Xantener Stiftsgymnasiums und blicken auf die große Leinwand, auf denen per Internet Livebilder von Zoe Sanders, Rike Verweyen-Thenagels, Larissa Bettray und Jule Exner übertragen werden. Die vier Mädchen nehmen an einem vierwöchigen Kenia-Praktikum teil, dass die Schule seit 2010 gemeinsam mit der Stiftung "Welt: Klasse" anbietet. Ein Jahr lang hat das Quartett zuvor gekellnert, Unkraut gezupft und Waffeln gebacken. "Bedingung ist, dass die Teilnehmer ihre Reisekosten selber erwirtschaften", erklärt Lehrerin Dagmar Roters.

In Kenia treffen die Mädchen Macadamia-Anbauer, führen Interviews mit ihnen, helfen beim Anbau der Pflanzen oder erfahren, wie die Nüsse verarbeitet werden. Das "Macadamiafans"-Konzept ermöglicht Bauern einen fairen Handel durch Direktvermarktung und garantiert ihnen auf diese Weise angemessene Löhne. Betreut werden die Mädchen von Anthony Ngondi, der mit seiner offenen Art gut ankommt. "Der hat wahnsinnig viele Freunde. Egal wo wir hinkommen, stellt er uns einem vor und jede halbe Stunde geht sein Telefon", erzählt Jule Exner. Die Schülerinnen leben in einem kleinen Dorf in der Nähe von Nairobi. Wasser für Duschen und Toiletten gibt es nicht immer, der Strom fällt schon mal für Stunden aus und auch für uns selbstverständliche Dinge wie ein Herd in der Küche sind Mangelware. "Gekocht wird draußen an einer Feuerstelle", erzählt Rike Verweyen-Thenagels, die ihren Mitschülern deutlich macht, dass es sich bei dem Aufenthalt um alles andere als Urlaub handelt: "Um ein Interview mit einem Bauern zu führen, müssen wir eine Stunde bei brütender Hitze bergauf und bergab wandern."

Natürlich unternimmt Anthony viele Ausflüge mit seinen Schützlingen, zeigt ihnen die wunderschöne Natur im Herzen Afrikas. "Mit einer Schale Pommes in der Hand am Flussufer sitzen und Nilpferden beim Baden zuzusehen hat schon was", findet Larissa Bettray, die allerdings auch die Kehrseite kennengelernt hat. "Überall liegt Müll. In den Seen, Wäldern und am Straßenrand. In unserem Dorf stapeln die Menschen den Müll auf einen großen Haufen und verbrennen ihn, egal ob da Plastik bei ist oder nicht."

Dann kommt Nancy hinzu, die Gastmutter der Teenager ist sichtlich erfreut über den Besuch: "Ich habe vier Töchter aus Deutschland, sie sind unglaublich nett, ich mag sie." Nach den Reiseberichten durften die Schülerinnen und Schüler aus Xanten Fragen stellen. "Wie sieht es dort mit Spinnen aus?", lautete die Erste. "Die gibt es hier überall, auch richtig fette. Die Menschen schätzen sie, weil Spinnen Moskitos fressen", berichtet Zoe Sanders. Alles in allem jedoch fühlen sich die vier pudelwohl. "Uns geht es hier sehr gut. Was wir hier erleben, bleibt auf jeden Fall für immer in uns", lautet das Fazit von Larissa Bettray.

Quelle: RP
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