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Xanten
Lüttinger fordern Pfarrheim-Alternative

Xanten: Lüttinger fordern Pfarrheim-Alternative
Das Pfarrheim in Lüttingen (o.) soll für die Erweiterung des Kindergartens abgerissen werden. Das stößt einigen Bürgern übel auf. Sie fürchten um ihren Treffpunkt. Auch die Erweiterung der Auskiesung war Thema (links). Die Stadt wird bis Ende April dazu Stellung nehmen. FOTO: Kummer
Xanten. Mit den Themen Baugebiet Lüttinger Feld, Abriss Pfarrheim und Auskiesung hatte die CDU Lüttingen den Nerv der Einwohner getroffen. Zahlreiche Bürger kamen, um mit Bürgermeister Thomas Görtz und Niklas Franke zu diskutieren. Von Peter Kummer

Der dritte Bauabschnitt im Lüttinger Feld ist längst noch nicht in trockenen Tüchern. Mit einem Eigentümer stecke man in langwierigen Verhandlungen, sagte der Technische Dezernent Niklas Franke auf der öffentlichen Mitgliederversammlung der CDU Lüttingen. Es gebe einen Beschluss des Rates zu den Konditionen, zu denen man bereit sei zu kaufen. "Daran wird sich nichts ändern." In Gutachten sei der aktuelle Marktpreis ermittelt worden. "Darüber gehen wir nicht hinaus."

Dem Eigentümer hat die Stadt nach Angaben des Dezernenten für seine Entscheidung eine Frist gesetzt. Offenbar geht es bei den stockenden Verhandlungen nicht nur um einen monetären Kaufpreis, denn Franke sagte: "Ein eigenes Baugebiet für den Eigentümer wird es nicht geben." Falls der Verkauf nicht zustande komme, habe die Stadt auch andere Möglichkeiten, Bauland zu schaffen, so Franke.

FOTO: Peter Kummer

Mit den gesetzten Themen hatte die CDU Lüttingen wohl den Nerv der Einwohner getroffen, denn der Saal in der Gaststätte Janßen konnte den Andrang an Zuhörern kaum aufnehmen. Ein emotional heiß diskutiertes Thema war die Frage nach einem Saal für Veranstaltungen. Schon in der Dorfwerkstatt vor einigen Wochen war deutlich geworden, dass sich die Lüttinger um ihren jetzigen Treffpunkt Sorgen machen (wir berichteten). Zum Hintergrund: Das Pfarrheim wird abgerissen, um Platz zu machen für einen neuen Kindergarten.

Die jetzige, kirchlich getragene Kindertagesstätte bietet nicht mehr genug Platz und notwendige Erweiterungsmöglichkeiten. In der neuen Kita soll zwar den Vereinen auch ein Raum für Veranstaltungen und Angebote zur Verfügung gestellt werden. Aber, so der Tenor in der CDU-Versammlung, man solle sich nicht auf vage Zusagen verlassen, sondern Nägeln mit Köpfen machen.

"Die Stadt muss Kontakt mit der Kirche aufnehmen. Sonst werden wir im Stich gelassen", sagte ein Lüttinger und fand mit dieser Forderung bei den anderen Zuhörern große Zustimmung. "Ist der Abriss erst erfolgt, stehen wir ohne Etwas dar. Hat das Bistum erst einmal entschieden, geschieht gar nichts mehr."

Die Erweiterung der Auskiesung südlich der Gaststätte Plaza del mar in Richtung Lüttinger Straße steht bevor. Das Unternehmen hat einen Antrag erstellt, die Stadt wird bis Ende April eine Stellungnahme für die politischen Gremien vorbereiten. Für einen Durchstich muss der Mölleweg vorübergehend getrennt werden. Eine ordentliche Brücke für Fußgänger und Radler wird die Verbindung baldigst wieder herstellen. Fraglich ist, ob der Dombuschweg, der zur Lüttinger Straße hinführt, so bestehen bleibt oder ob nach Ende der Auskiesung ein Gehweg näher zum Ufer hin angelegt wird.

Für die Deichsanierung zwischen Lüttingen und Wardt wird demnächst ein Erörterungstermin über eine Vielzahl von Einwendungen stattfinden. Der Deich weiter südlich bleibt weiterhin für die Öffentlichkeit gesperrt. Das dort verlegte Pflaster weise erhebliche Mängel auf, sagte Niklas Franke. Die Verhandlungen mit dem Unternehmen könnten sich hinziehen. Franke schloss auch eine gerichtliche Klärung nicht aus.

Quelle: RP
 
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