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Xanten
Luftkurort ist ein Gefühl

Xanten: Luftkurort ist ein Gefühl
Ein Luftbild vom Luftkurort. FOTO: Reichwein/Lörcks
Xanten. Heute vor genau drei Jahren bekam Xanten als erste Stadt im Regierungsbezirk Düsseldorf das Prädikat Luftkurort verliehen. Ein Titel sowohl für die Touristen als auch für die Bürger. Von Julia Lörcks

Xanten ist Römerstadt. Die Stadt ist zudem für ihr schmuckes, historisches Zentrum samt Dom bekannt. Und Xanten punktet bei Gästen mit dem Naherholungsgebiet. Das ist das Ergebnis einer Umfrage gestern zur Mittagszeit. Befragt wurden zwei ältere Damen aus Köln, eine sechsköpfige Fahrradgruppe mittleren Alters aus dem Kreis Recklinghausen sowie ein junges Pärchen aus Stuttgart. Dass Xanten auch Luftkurort ist, und zwar heute auf den Tag genau seit drei Jahren, das wusste keiner. "Ich habe zwar ein Schild am Stadteingang gesehen, mir aber auch nichts dabei gedacht", sagt die schwangere Frau aus Baden-Württemberg.

Für Bürgermeister Thomas Görtz (CDU) haben diese blauen Schilder an den Toren zur Stadt eine ganz andere Bedeutung: "Das ist ein wichtiger Imagefaktor und ein Alleinstellungsmerkmal weit und breit." Tatsächlich war die Stadt Xanten damals die erste Kommune im Regierungsbezirk Düsseldorf, die von Präsidentin Annemarie Lütkes das Prädikat Luftkurort verliehen bekam. Und zwar am 7. Juli 2014 in Form einer Urkunde, die jetzt im Ratssaal hängt.

Vorausgegangen war ein langjähriges Anerkennungsverfahren. So kam die Idee erstmals bei der MIT im Jahr 2009 auf. Es folgten der Beschluss des Rates und das damit verbundene Gutachten des Deutschen Wetterdienstes zur Luftqualität ein Jahr später. 2012 war die komplette Klimaanalyse, die der Stadt knapp 20.000 Euro kostete, fertig, so dass im Juni 2013 der Antrag gestellt wurde.

FOTO: Julia Lörcks

Doch was ist ein Luftkurort überhaupt? Nach Angaben des Deutschen Heilbädervereins sind das Orte, die ihre nachweislich gute Luft den Gästen zur Verfügung stellen und ihre Infrastruktur an den gesundheitsorientierten Gast ausrichten. Görtz umschreibt den Titel so: "Wir sind eine Gastgeberstadt, aber wir profitieren auch selbst davon." Luftkurort, das sei für die Bürger ein Stück Heimat, ein gutes Gefühl. Für die Fremdenverkehrsverbände im Land erfüllt das Prädikat keine medizinischen Richtlinien, sondern vielmehr touristische Aspekte.

Ob das auch der Grund für die gestiegenen Übernachtungszahlen in Xanten ist, ist nicht bekannt. Fest steht aber: 2014 verzeichnete die Stadt insgesamt 132.148 Übernachtungen (in Herbergen mit mindestens zehn Betten), 2015 waren es 133.490 und 2016 139.352. "Zum Vorjahr ein Plus von 4,4 Prozent", sagt Görtz und ergänzt: "Die Gäste lassen auch Kaufkraft in der Stadt." Diese könne man zwar schlecht messen, die Einnahmen der Stadt durch die Kurtaxe in Höhe von 1,20 Euro pro Übernachtung und Gast wiederum wohl. "2014 waren es 27.000 Euro, 2015 83.000 Euro und 2016 88.000 Euro. Für 2017 rechnen wir mit 100.000 Euro, dazu die jährliche Kurortehilfe von 40.000 Euro. Alles Geld, das wir ohne dieses Prädikat nicht im Stadtsäckel hätten."

Es wird aber auch Geld ausgegeben. Denn um erneut anerkannt zu werden - wahrscheinlich im Jahr 2020 - und den Gästen etwas für einen mehrtägigen Aufenthalt zu bieten, wird nicht nur der Kurpark gebaut, sondern auch das Freizeitzentrum ausgebaut und barrierefrei gemacht. "Einen Luftkurort zum Nulltarif gibt es nicht", so Görtz.

Quelle: RP
 
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