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Xanten
Männerchöre locken 250 Besucher

Xanten. Vom frühen 19. Jahrhundert an gehörten Männergesangvereine mit ihren Volksliedern zum Standardprogramm aller Festivitäten. Vom Maisingen bis zum Schützenfest gab es kaum eine Veranstaltung, in dem nicht der berühmte Brunnen vor dem Tore besungen wurde. In Xanten waren dafür die Herren der Liedertafel "Orphea" verantwortlich, die in diesem Jahr ihr 180-jähriges Bestehen feiert. "Wir waren der führende Chor im Ort für alle Gelegenheiten, haben überall mitgemischt und waren im Kulturleben der Stadt fest verankert", erinnert sich der heutige Vorsitzende Heinz Schweers.

Aber die Zeiten haben sich geändert, kaum ein Männergesangsverein hat noch mehr als ein Dutzend Mitglieder und die sind zudem fast ausnahmslos im Rentenalter. Mit klassischen Volkswaisen ist der Nachwuchs eben nicht mehr zu begeistern, aufgeben möchte man die aber nicht. "Wir möchten das alte Volkslied pflegen, das gehört zu unserer Tradition", erklärt Schweers. Um genügend ausdrucksstarke Männerstimmen für einen Auftritt auf die Beine zu stellen, schließt man sich daher in Chorgemeinschaften zusammen. Eine dieser Gemeinschaften besteht aus der Liedertafel "Orphea" 1836, MGV "Froh und Ernst" Millingen 1920, MGV Eintracht Orsoy und dem MGV Borth.

Am Sonntag luden die Männergesangsvereine zum Frühlingskonzert unter dem Titel "Jägerchöre und Volkslieder" in die Mensa des Xantener Stiftsgymnasiums. Unterstützung erfuhren die Sänger durch das Hornquartett der Duisburger Philharmoniker und mehr als 250 Besucher. "Mit so vielen haben wir nicht gerechnet", erklärte Schweers, der zu Beginn Winfried Kocéa, den langjährigen musikalischen Leiter der Liedertafel, besonders begrüßte: "Ich freue mich, dass der Karajan von Xanten und dem Niederrhein zu uns gekommen ist." Witzig und erfrischend locker moderiert vom Moerser Dramaturg und Theatermacher Konrad Göke präsentierten die Chöre, unterstützt von den Duisburger Hornbläsern, einen bunten Strauß bekannter Lieder wie "Was gleicht wohl auf Erden" aus dem Freischütz, "Die Loreley" oder "Ännchen von Tharau". Aufgelockert wurde das Programm durch Solis des Hornquartetts der Duisburger Philharmoniker.

Begeisterter Applaus des Publikums, in dem sich auch viele Familien mit Kindern befanden, machte immer wieder deutlich, dass Volkslieder längst nicht zum "alten Eisen" gehören.

(erko)
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