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Xanten
Maifest mit Jazz, Café und Dosenschießen

Xanten. Die Marienbaumer St.-Birgitten-Schützenbruderschaft lockte gestern zahlreiche Besucher auf den Dorfplatz. Beim Kindertrödelmarkt verkauft der 13-jährige Jan Spielzeug, weil er sich mit 18 Jahren einen echten Traktor kaufen will. Von Erwin Kohl

Die Mitglieder der Marienbaumer St.-Birgitten-Schützenbruderschaft haben sich auch in diesem Jahr wieder so einiges einfallen lassen, um ihr traditionelles Maifest für alle Generationen interessant zu machen. "JeKaMi" - "Jeder kann mitmachen" - lautete das Motto und das galt nicht nur für das Preisschießen, bei dem über 100 wertvolle Gewinne auf die Teilnehmer an Armbrust und Luftgewehr warteten.

Musikalisch untermalt wurde das Fest auf dem Dorfplatz von der Band "Jazz im Glück" und der Jagdhornblasgruppe. Wie immer wurden die Schützen von den Marienbaumer Geschäftsleuten kräftig unterstützt. "Wir haben sehr viele Spenden bekommen. Die Einnahmen aus dem Maifest fließen in die Jugendabteilung der Schützenbruderschaft sowie in soziale Projekte, außerdem möchten wir am 3. Juni einen Kabarett-Abend anbieten", erklärte Brudermeister Davy Smolarczyk. Damit möglichst viel in die Kasse fließt, haben die Frauen und Freundinnen der Schützen im Vorfeld etliche Kuchen gebacken, die sie im Schützencafè verkauften.

Während die ganz Kleinen in der Spielstraße Fische angelten, das Glücksrad drehten oder am Malwettbewerb teilnahmen, erhielten die etwas älteren Kinder in der Waldschule des Hegerings Xanten Einblicke in die heimische Tierwelt. "In den heimischen Wäldern kann es durchaus brutal zugehen", erklärte Bernhard Jordans anhand eines ausgestopften Hermelins, dass seine Zähne in den Hals eines Hasen gebohrt hat: "Das Hermelin ist ein Raubtier und noch dazu ein Meister der Tarnung. Im Winter hat es ein weißes Fell, im Sommer ein Braunes." Dass Fuchs und Dachs sich im Wald eine Etagenwohnung teilen und der zähnefletschende Waschbär längst ein Niederrheiner geworden ist, wusste kaum jemand. Zum Abschied gab es von den Wildhütern einen Ansteck-Button mit Bildern der Wildtiere. Eine besonders ausgefallene Idee hatten die Marienbaumer Jungschützen. Beim "Dosenschießen" galt es, mit einem Fußball eine Pyramide aus leeren Fünfliterdosen abzuräumen. "Einmal kurz zielen und dann mit Vollspann drauf. Dann fallen die Dosen schon um", lautet der Tipp von Jonas van Loock. Neben den Angeboten der Schützen fand auch wieder ein Kindertrödelmarkt statt. Da wurde so manches Kinderzimmer in Marienbaum entrümpelt, um das Taschengeld aufzubessern. In einem Fall kam es dabei sogar zu einer Betriebsauflösung. "Jan sammelt seit seinem zweiten Lebensjahr Kühe, Mähdrescher und Scheunen. In seinem Zimmer befand sich ein riesiger Bauernhof", erzählt Andreas Peters. Den gibt der 13-jährige jetzt auf, weil er sich einen Traum erfüllen will: "Ich möchte einen richtigen Traktor fahren, wenn ich 18 Jahre alt bin, dafür spare ich jetzt jeden Cent."

Über mangelnde Kundschaft konnte Jan sich nicht beklagen, immerhin strömten am gestrigen Sonntag über 400 Besucher an seinem Stand im Eingangsbereich vorbei.

Quelle: RP
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