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Sonsbeck
Manege frei für den Zirkus Sonsbelli

Sonsbeck: Manege frei für den Zirkus Sonsbelli
Bei der Artistenparty wurde schon mal stolz vorgeführt, was die Schüler artistisch in ihrer spannenden Zirkuszeit bereits gelernt haben. FOTO: Armin Fischer
Sonsbeck. Das Projekt der Grundschule soll die Sozialkompetenz, das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen stärken. Von Heidrun Jasper

Da musste die Schülerin gestern Vormittag nicht lange überlegen: "Ein Fakir, der geht barfuß über ein Nagelbrett und spuckt Feuer". Stimmt. Und nicht nur das: Er kann auch mit brennenden Fackeln jonglieren und sich mit ihnen über den Arm streichen, ohne dass es schmerzt. Giovanni jedenfalls kann das. Er ist gelernter Fakir, gehört zum Ensemble der Zirkusfamilie Ortmann aus Peine, die mit ihrem Zirkus Rondel die Johann-Hinrich-Wichern-Grundschule angesteuert hat und auf der Wiese hinter dem Schulgelände Mädchen und Jungen vier Tage lang in einem großen Zirkuszelt zu kleinen Jongleuren, Clowns, Akrobaten, Trapezartisten macht. In drei Vorstellungen am Freitag um 18 Uhr sowie am Samstag um 11 Uhr und um 15.30 Uhr führen die Kinder waghalsige Kunststücke vor, jonglieren, tanzen auf einem Seil, bringen als Clowns die Zuschauer zum Lachen und als Fakir zum Staunen.

Schulleiter Martin Nenno definiert die Ziele dieses Schulprojektes: "Stärkung der Sozialkompetenz, des Selbstwertgefühls und Selbstvertrauens, Entwicklung von Teamgeist, Übernahme von Verantwortung in der Gruppe". Und ein solches Projekt kann nur gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen: Kinder, Eltern, Lehrer und natürlich die Profis vom Zirkus. Da stehen dann auch an einem Sonntag 50 Väter und Mütter bereit, um mit der Zirkuscrew drei Stunden lang das große Zirkuszelt aufzubauen. Und sie packen auch wieder an, wenn das Zirkuszelt am Samstag nach der 15.30-Uhr-Vorstellung wieder abgebaut wird. Denn die Familie Ortmann hat einen prall gefüllten Kalender, nach Sonsbeck steht schon der nächste Ort, die nächste Grundschule auf dem Plan. Das Projekt läuft stets gleich ab. Sonntags Zeltaufbau, Montagvormittag Einteilung der Schüler in drei Gruppen und in die verschiedenen artistischen Darbietungen, Dienstag bis Donnerstag vormittags Training im stündlichen Wechsel im Zelt und in der Turnhalle, Freitagmorgen Generalprobe. Bis dahin muss alles sitzen - tut es in der Regel auch, kann die Zirkusfamilie Ortmann aus langjähriger Erfahrung versichern. Der Unterricht fällt natürlich in der Projektwoche aus, es gibt auch keine Hausaufgaben. Die Mädchen und Jungen, die gerade nicht in einer Trainingseinheit sind, bleiben in ihren Klassen, beschäftigen sich da mit allem, was zum Zirkus gehört, schreiben beispielsweise ein Tagebuch über das Projekt, in das insgesamt 282 Kinder eingebunden sind.

Der Schulleiter übrigens auch: Ob er Höhenangst hätte, wurde Martin Nenno vom Zirkusdirektor gefragt. Wenn nicht, möge er doch mal eben in die Arena kommen. "Das hätte er mir auch vorher sagen können, dass er mich da hochzieht", so Nenno, als er wieder festen Boden unter den Füßen hatte, nachdem er zur Freude seiner Schüler für einige Sekunden in der Luft schwebte.

Quelle: RP
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