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Xanten
Matthias Kopp wünscht sich mutigen Glauben

Xanten: Matthias Kopp wünscht sich mutigen Glauben
Engagiert und humorvoll zeigte sich Matthias Kopp, Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, bei seinem Vortrag. FOTO: Armin Fischer
Xanten. Der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz spricht in Xanten über seine Erfahrungen mit unterschiedlichen Medien.

"Barmherzigkeit ist keine abstrakte Idee, sondern konkrete Wirklichkeit." Dieses Wort, das ursprünglich Papst Franziskus geprägt hat, stand im Zentrum der Sonntagsworte im Xantener Dom. Matthias Kopp, seit dem Jahr 2009 Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, begeisterte die Zuhörer durch seine kompetenten Ausführungen, die er pfiffig und humorvoll dem Xantener Publikum vortrug.

Kopp berichtete aus dem beruflichen Alltag - Erfahrungen während einer Reise in den Nordirak, wo er drei katholische Ordensfrauen traf, die für die Caritas in einem Flüchtlingslager arbeiten. Sie kümmern sich - unbeachtet von Medien und Öffentlichkeit - um Tausende von jesidischen Frauen, die Opfer des sogenannten Islamischen Staates geworden sind; Opfer von Vertreibung, sexuellem Missbrauch und Gewalt. "Diese Schwestern leben konkrete Barmherzigkeit am Ende der Welt." Mit Blick auf das "politische Getöse" zwischen München und Berlin bezüglich der Flüchtlingspolitik in Deutschland, betonte Kopp, dass er sich eine mutige Kirche mit einem mutigen Glauben wünsche, die Barmherzigkeit lebe.

Kopp berichtete von den medialen Herausforderungen, vor der die katholische Kirche in den letzten Jahren gestanden habe: Piusbruderschaft, sexueller Missbrauch durch Priester, die Affäre um den Limburger Bischof. Es gehe aber in der letzten Zeit wieder deutlich aufwärts. Der Papst ist ein "Communicator perfectus", der das Spiel mit den Medien beherrscht. Kopp zeigte sich optimistisch und kämpferisch. "Wir müssen selbstbewusst und mutig nach vorne gehen und unseren Glauben in den Medien erläutern." Mit humorvollen Seitenhieben berichtete Kopp von seinen Erfahrungen mit Journalisten der Medien wie "Spiegel" und Bild-Zeitung oder RTL 2. Da müsse man manchmal erklären, dass "Pfarrbrief" mit "Pf" geschrieben werde und nichts mit "Fahren" zu tun habe. Dennoch, so resümierte Kopp, sei es dringend erforderlich, dass die katholische Kirche sich auch in diesen Medien präsentiere, um ihre Botschaft gut zu kommunizieren.

Kaplan Rothe lud am Ende des spannenden Abends zur Oktoberausgabe der Sonntagsworte ein. Zu Gast wird am 9. Oktober Schwester Dr. Lea Ackermann sein, die zum Thema Barmherzigkeit mit Frauen in Not sprechen wird.

Quelle: RP
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