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Xanten
Mehr als ein Zischen bekommt keiner mit

Xanten: Mehr als ein Zischen bekommt keiner mit
Arbeiten vor Römerkulisse: Betriebsleiter Horst Becker (links) und Projektleiter Bernd Stech vor dem Bauzaun; die Baustelle darf aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden. FOTO: Fischer
Xanten. Das RWE optimiert bis Ende des Jahres die Anlagentechnik ihrer Gasspeicher in Xanten. In den Kavernen sind 180 Millionen Kubikmeter Erdgas eingelagert. Von Erwin Kohl

Xantener Bürger, zumindest die, die im Norden der Stadt ihren Wohnsitz haben, sitzen auf einer riesigen Menge Energie. 1000 Meter unter dem Erdboden lagert RWE in ehemaligen Stollen des Borther Salzbergwerkes die kaum vorstellbare Menge von bis zu 180 Millionen Kubikmeter Erdgas. Das würde ausreichen, um rund 100 000 Haushalte ein Jahr lang mit Energie zu versorgen. Um das Gas aus den insgesamt acht Kavernen an die Oberfläche zu bekommen, ist ein Druck von 180 Bar erforderlich.

Reguliert wird dieser über Ventile, die sich in den 80 mal 80 Meter großen Kavernenköpfen an der Trajanstraße befinden.

Seit der vergangenen Woche bis Ende des Jahres sollen diese Ventile nun ausgetauscht werden. "Es handelt sich um reine Inspektions- und Wartungsarbeiten. Die Hauptabsperrschieber werden aus Sicherheitsgründen regelmäßig überprüft und ersetzt", erklärt RWE-Mitarbeiter Hort Becker.

Dabei nutzt das Energieunternehmen gleich die Gelegenheit, die Anlage auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. "Die neuen Ventile haben einen automatisierten Antrieb, der künftige Wartungsarbeiten an den Kavernen enorm erleichtert", so Becker. Auch unter Tage modernisiert das Unternehmen seine Anlage und sorgt damit für erhöhte Sicherheit. Für die Arbeiten an den Kavernenköpfen mit den Bezeichnungen "Viktor 1" bis "Viktor 8" ist es erforderlich, große Druckschleusen einzurichten, was den Einsatz von schwerem Gerät erforderlich macht. Zu Lärmbelästigungen soll es dennoch nicht kommen, verspricht Becker: "Lediglich in der Nähe des Kavernenkopfes Viktor 1 könnten die Gäste eines angrenzenden Ferienbauernhofes ein leises Zischen mitbekommen. Das entsteht, weil wir nach Abschluss der Arbeiten den Druck wieder herstellen müssen."

Weil bei ähnlichen Wartungsarbeiten in der Vergangenheit die wildesten Gerüchte aufkeimten, möchte Horst Becker eines klarstellen: "Wir betreiben hier kein Fracking. Alles was wir machen, ist völlig harmlos. Die Salzhohlräume sind hermetisch dicht."

Nachfragen an den RWE-Mitarbeiter unter Tel. 02801 77553501

Quelle: RP
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