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Xanten
Meister Pohl sucht Azubi für Zukunftsjob

Xanten: Meister Pohl sucht Azubi für Zukunftsjob
Wolfgang Pohl ist Installateur und Heizungsbauer. Für seinen Moerser Betrieb sucht er einen Auszubildenden, den er gerne auch übernehmen würde. FOTO: Klaus Dieker
Xanten. Die Initiative "Dialog für Ausbildung" der Volksbank Niederrhein und der Kreishandwerkerschaft möchte junge Leute auf attraktive Alternativen zum Studium aufmerksam machen. Heute: Installateur und Heizungsbauer Von Jürgen Stock

Wolfgang Pohl (47) ist als Unternehmer ein Vorbild: Vor zehn Jahren hat er sich als Installateur und Heizungsbauer selbstständig gemacht. Nach anfänglichen Schwierigkeiten führt er heute im Moerser Gewerbepark an der Franz-Haniel-Straße ein kleines erfolgreiches Familienunternehmen. Seine Frau Gabi und die drei Gesellen würden gerne einen Auszubildenden willkommen heißen. Aber es findet sich keiner, obwohl das neue Ausbildungsjahr vor der Tür steht. "Der letzte Bewerber, der sich gemeldet hatte, hatte eine Fünf in Mathe und 178 Stunden Fehlzeiten in der Schule. So etwas kann ich nicht gebrauchen."

Bereits im vergangenen Jahr hatte er mit seinem Azubi Pech gehabt. "Der hat sich ein Jahr lang durchgequält und die Ausbildung dann geschmissen." Er habe eine andere Vorstellung von dem Beruf gehabt, habe er gesagt, berichtet Pohl.

Doch welche Vorstellung sollten Schulabsolventen vom Sanitäts- und Heizungsbaugewerbe haben? Offenbar kommen die Möglichkeiten, die die Branche bietet, nur bei wenigen Schülern während der Schulzeit an. Deshalb haben Guido Lohmann, Chef der Volksbank Niederrhein, und Kreishandwerksmeister Günter Bode den "Dialog für Ausbildung" ins Leben gerufen. Er soll Lehrer, Schüler und Betriebe enger miteinander verzahnen und helfen, Vorurteile aus dem Weg zu räumen.

"Unsere Branche hat ein Imageproblem", bekennt Pohl offen. Dabei biete der Beruf mehr als nur die Möglichkeit, an Leitungen herumzuschrauben. "Mit der Entwicklung von Solar- und moderner Trinkwassertechnik sind auch die Anforderungen an den Beruf gestiegen", sagt Pohl. Darin dürfte das eigentliche Problem liegen. Denn die Arbeitsagentur Wesel listet mehr suchende Auszubildende im Gewerbe als suchende Betriebe. Rein rechnerisch müsste Pohl also einen Azubi finden können. Aber eben nicht mit einer Fünf in Mathe. "Ich kann hier in dreieinhalb Jahren nicht nachholen, was in zehn Jahren Schule versäumt wurde", sagt der Meister. Zudem seien etwas handwerkliches Geschick und technisches Verständnis unabdingbar.

Zudem würde Pohl einen Azubi, der sich bewährt, liebend gern übernehmen. "Wir mussten schon Aufträge ablehnen, weil wir zu wenig Personal haben", sagt er. Der Stundenlohn liege nach der Ausbildung zwischen 13 und 20 Euro. Je nach Qualifikation seien viele Betriebe aber auch bereit, ein paar Euro drauf zu legen.

Dass der Azubi in einem Kleinbetrieb anfange, sei eher ein Vorteil: "Bei mir arbeitet der Azubi nicht an einer Werkbank, sondern beim Kunden - und das häufig direkt mit seinem Chef."

Quelle: RP
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