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Xanten
Mercatorhalle: Festwoche zur Eröffnung

Xanten. Nach vier Jahren werden ab dem 1. September wieder alle Veranstaltungsräumlichkeiten in der Mercatorhalle, darunter auch der Große Saal, zur Verfügung stehen. Die juristische Aufarbeitung des Bauskandals läuft wohl noch Jahre. Von Peter Klucken

Als er vor ziemlich genau vier Jahren die Schließung der Mercatorhalle anordnete, habe er nie gedacht, dass es so lange dauern würde, bis sie wieder eröffnet werden kann, sagte gestern Oberbürgermeister Sören Link. Es habe sich aber nach der Schließung immer mehr gezeigt, wie wichtig, ja lebensrettend die Schließung besonders des Großen Saals gewesen sei. Nun jedoch stehe fest: Am 1. September wird der Große Saal mit seinen 1745 "guten Plätzen" wiedereröffnet.

Dezernent Thomas Krützberg als Projektleiter skizzierte beim gestrigen Pressegespräch nochmals, weshalb es so lange gedauert hat. Die eigentlichen Bauarbeiten hätten dabei gar nicht so stark die Zeitschiene verlängert, vielmehr habe die Aufdeckung der Schäden und ihre Dokumentation so lange gedauert. Krützberg wies darauf hin, dass es beim Bau der Mercatorhalle "kriminelle Machenschaften" gegeben habe. Einige Baumängel waren so gravierend, dass für die Besucher unmittelbare Lebensgefahr bestand. So war wie berichtet der Rang so unzureichend befestigt, dass er hätte abrutschen können. Auch einige Teile der Decke hätten abstürzen können. "Und, wenn es wirkliche einmal zu einem Brand gekommen wäre, dann wären Leute im Qualm erstickt."

Die juristische Aufarbeitung werde wohl noch Jahre dauern, meinten Krützberg und Link. Allerdings habe man sich in einigen Fällen schon mit Firmen auf Entschädigungszahlungen außergerichtlich einigen können. Der Großteil der Forderungen müsse aber wohl gerichtlich ausgefochten werden. Die Kosten für die Sanierung der Halle beliefen sich auf insgesamt 17 Millionen Euro. Link wies darauf hin, dass man aus dem Bauskandal gelernt und zusätzliche Kontrollhilfen bei städtischen Bauten eingeführt habe. So hätten jetzt beispielsweise Mitarbeiter die Möglichkeit, anonym Hinweise zu geben, wenn ihnen irgendetwas bei einem Bauprojekt verdächtig vorkommt. Zwar ist der Große Saal zurzeit noch immer eine Baustelle, doch hat Dezernent Krützberg keinen Zweifel daran, dass der Eröffnungstermin eingehalten werden kann. Dabei gab er zu, dass, wie so häufig bei Baustellen, "fast alles, was schief gehen kann, auch schief gegangen ist. Es konnte auch alles wieder gerade gerichtet werden." Um den Zeitplan einzuhalten, wurden zahlreiche Zusatzschichten gefahren, wobei die beteiligten Firmen vorzügliche Arbeiten geleistet hätten, so Krützberg. Um den Betrieb in der Mercatorhalle so wenig wie möglich zu stören, seien Arbeiten, die nur mit großer Lautstärke erledigt werden konnten, nachts durchgeführt worden.

Betreiber der Mercatorhalle wird fortan Duisburg-Kontor sein. Dessen Chef Peter Joppa stellte gestern die kurze Festwoche vor, die es zur lang erwarteten Wiedereröffnung der kompletten Mercatorhalle geben wird. Am Donnerstag, 1. September, gibt es ab 19.30 Uhr eine Art bunten Abend unter dem Motto "Wieder zuhause". Die Leitung auf der Bühne haben Kai Magnus Sting (Moderation) und Jupp Götz (Musikprogramm).

Es werden zahlreiche Duisburger Künstlerinnen und Künstler eingebunden, um die Vielfalt der Mercatorhalle als Veranstaltungsstätte deutlich zu machen. So werden beispielsweise die Duisburger Philharmoniker mit ihrer Kammerbesetzung ebenso beteiligt sein wie einzelne Interpreten (unter anderem Mirco van Stiphaut und Daniel Basso) sowie Chöre und Überraschungsgäste, die Joppa noch nicht verraten wollte. Am Sonntag, 4. September, wird von 12 bis 18 Uhr zu einem Tag der Offenen Tür eingeladen. Dabei wird die gesamte Mercatorhalle mit dem Großen und Kleinen Saal sowie dem Kongressbereich offenstehen. Es wird Aufführungen sowohl der Kunst- und Musikschule als auch von verschiedenen kleineren Ensembles mit Mitgliedern der Duisburger Philharmoniker geben.

Der Eintritt ist frei, und es werden "familiengerechte Rahmenbedingungen mit einem Gastronomieangebot und einem Aufenthaltsbereich für Kinder" geboten. Den Abschluss der kurzen Festwoche bilden die ersten beiden Philharmonischen Konzerte der neuen Saison am Mittwoch und Donnerstag, 7. und 8. September, die allerdings mittlerweile schon ausverkauft sind.

Info Die Karten für den "Bunten Abend" am 1. September kosten zwischen 15 und 20 Euro. Sie gibt es ab dem 5. August in den Vorverkaufsstellen Tourist Information Duisburg und an der Kasse des Duisburger Stadttheaters, Neckarstraße 1.

Quelle: RP
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