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Xanten
Mercatorhaus kommt auf jeden Fall

Xanten: Mercatorhaus kommt auf jeden Fall
In die vorhandene Bebauung hat die Gebag die geplanten Stadthäuser schon mal eingefügt (links), einschließlich Mercatorhaus. Wie groß das Gelände ist, zeigt das Foto rechts. FOTO: Gebag
Xanten. Gebag-Geschäftsführer Bernd Wortmeyer stellt die Weichen dafür, dass auf dem großen Grundstücke am Duisburger Rathaus 2018 die Bagger anrollen können. Das Interesse von Bauwilligen ist sehr groß. Von Hildegard Chudobba

Ein Filetgrundstück dieser Güte kann kaum eine andere deutsche Großstadt vorweisen. Gegenüber vom Rathaus, wenige Gehminuten von der Königstraße und vom Innenhafen entfernt zu wohnen, das ist offenbar so reizvoll, dass es schon jetzt an Bauwilligen nicht mangelt. Sie gehören vor allem der Klientel "Family Office" an, wie es Bernd Wortmeyer, Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gebag, scherzhaft formuliert. Er meint wohlhabende Bürger der Stadt, die ihr Geld in Steinen anlegen wollen, statt es für wenig Zinsen auf die Bank zu legen.

Ende kommenden Jahres, so die Planungen von Bernd Wortmeyer, könnten alle Voraussetzungen dafür geschaffen sein, dass die Arbeiten beginnen. Bekanntlich wird auf dem Grundstück eine Art Dorf in der Großstadt entstehen, in dem vor allem gewohnt und gelebt wird. Geschäfte wird es dort zwar geben, aber vor allem kleinere Nahversorger. Wie die Stadthäuser mit Dorfcharakter aussehen sollen, das wird in einem Architektenwettbewerb ermittelt, der im Frühjahr 2018 beginnt.

Bevor dort die erste Baugrube ausgehoben werden kann, müssen die Archäologen mit ihrer "Buddelei" fertig sein. Das wird noch einige Wochen dauern. Unabhängig davon, so hofft Wortmeyer, könnten ab Januar/Februar die ersten Kaufverträge zur notariellen Beglaubigung vorgelegt werden.

Quasi als Riegel zwischen den Wohnhäusern und der stark befahrenen Oberstraße wird mit Blick aufs Rathaus ein gewerbliches Objekt entstehen. Anfangs war geplant worden, dass das Land dort einen Neubau für eine Verwaltungsschule errichtet. Das steht inzwischen nicht mehr zur Debatte. Denkbar ist, dass in dem mehrgeschossigen Gebäude Büroraum oder auch Arbeitsplätze für Kreative entstehen. Nicht ausgeschlossen ist gleichfalls, dass sich ein Hotelbetreiber findet, den der Duisburger Markt reizt. Das gesamte Mercatorquartier wird in sechs Baufeldern, davon fünf für die Wohnbebauung, realisiert.

Wortmeyer ist zuversichtlich, dass sich sogar ein Investor findet, der das ehemalige Wohnhaus von Gerhard Mercator, dessen Grundmauern die Archäologen freigelegt hatten, nach historischem Vorbild wieder aufbaut. Ohne mehr verraten zu wollen, könne er sagen: "Die Chancen dafür sind sehr gut. Und wenn alle Stricke reißen, dann bauen wir ausnahmsweise eben selbst." Die Gebag ist für das Mercatorquartier Projektentwickler. Das bedeutet, sie baut nicht selbst, schafft aber alle Voraussetzungen dafür, dass andere zum Zuge kommen können. Für Mercators Haus würde also eine Ausnahme gemacht.

Die fast 29.000 Quadratmeter große Fläche zwischen Oberstraße, Gutenbergstraße und der alten Stadtmauer markiert ein Stück Duisburger Geschichte. Nicht nur, aber auch, weil hier im 16. Jahrhundert der Kartograph Gerhard Mercator wohnte. Was in den folgenden Jahrhunderten nicht dem Zahn der Zeit oder dem Gestaltungseifer von Stadtplanern zum Opfer fiel, machten spätestens im Zweiten Weltkrieg die Bomben dem Erdboden gleich. Nach dem Krieg entstand auf dem Grundstück ein Schulzentrum mit Grund-, Haupt- und Berufsschule. Für die beiden erstgenannten wurde der Bedarf zuletzt immer kleiner. Und das Kaufmännische Berufskolleg fand in Neudorf eine neue Heimat. Als vor zehn Jahren der damalige Oberbürgermeister Adolf Sauerland vom Büro Foster den Masterplan Innenstadt erarbeiten ließ, legte er damit zugleich den Grundstein für die Überplanung dieser Fläche.

Quelle: RP
 
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