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Xanten
Mit Florenz im Galopp durch Europa

Xanten. Eine seiner ersten Reden als Abgeordneter des Europäischen Parlaments hat Karl-Heinz Florenz in Xanten gehalten. 26 Jahre ist das inzwischen her. Damals, so schwelgten der frühere Stadtdirektor Heinz Trauten und Florenz bei einem Treffen der Xantener Seniorenunion in Erinnerungen, gab es einen Auftritt auf einem offenen Lkw auf dem Markt, bei der ein Windstoß das Redemanuskript "entführte". Von Heinz Kühnen

Das passiert dem heute 67-Jährigen schon lange nicht mehr. Eine Stunde lang galoppierte der Kaufmann und Landwirtschaftsmeister aus Neukirchen-Vluyn in Xanten durch die Europapolitik. Und das brandaktuell angesichts des unendlichen Leids der Flüchtlinge. Florenz plädierte leidenschaftlich für eine einheitliche Regelung, die aber früher ansetzen müsse als die "Bewachung des Mittelmeerraums". "Wir müssen das Übel an den Wurzeln angehen", fordert der CDU-Mann seit Jahren gebetsmühlenartig.

Und innerhalb der EU müsse es einheitliche Regelungen geben. "Ein paar Länder allein schaffen das nicht." Das werde ein schwieriges Unterfangen, aber streiten und sich einmischen bringe - wenn auch langsam - voran. "Das Problem ist schließlich nicht mit Zäunen zu regeln, das wissen wir Deutschen am Besten."

Die Geschichte des Euro müsse zudem viel enger begleitet werden. "Wir haben eine Währung geschaffen und sie nicht erzogen", erklärte der Neukirchen-Vluyner. Griechenland sei das bei nicht einmal das größte Problem. Solange Länder wie Frankreich oder Italien die Haushaltsdisziplin verweigerten, gehe es nicht vorwärts. "Wir brauchen endlich ein Sanktionselement", so Florenz, wir können schließlich nicht mehr ausgeben als wir haben.".

Auch dieses Problem werde sich nicht über Nacht lösen lassen, aber an der Notwendigkeit komme die EU nicht vorbei. Und die EU nicht an der Gemeinschaft. Florenz: "Es ist ein Irrwitz zu glauben, es gebe einen Weg zurück zum Nationalstaat."

Dass da auch "viel Mist gebaut worden sei, wisse auch er: "Wir haben uns sogar mit Brauseköpfen beschäftigt." Insgesamt aber sei die Bilanz positiv. "So viel wie wir in Brüssel angeblich falsch machen, so viel arbeiten wir da gar nicht . . ."

Quelle: RP
 
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