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Xanten
Mit Rotary die weite Welt kennenlernen

Xanten: Mit Rotary die weite Welt kennenlernen
Die Teilnehmer am Rotary-Austauschprogramm (v. l.) mit Annette Hessing: Emilio Lira Ruiz, Josefine Pieper und Niels Trost. Rechts: Anja Rohen, bis Ende Juni Präsidentin des Clubs. FOTO: Ostermann Olaf
Xanten. Organisiert vom RC Xanten: Emilio Lira Ruiz kehrt zurück in die USA, Josefine Pieper fliegt nach Chile, Niels Trost war in Brasilien. Von Peter Kummer

In zwei Wochen geht für Emilio Lira Ruiz, gebürtiger Mexikaner mit US-amerikanischer Staatsangehörigkeit, ein Jahr Good old Germany zu Ende. Wenig später macht sich die Xantenerin Josefine Pieper auf den Trip ins ferne Chile, während Leonhard Perret bereits den Niederrhein gegen Brasilien eingetauscht hat. Wer am Austauschprogramm des Rotary Clubs teilnimmt, kommt ganz schön rum in der Welt. Mal für ein Jahr, neuerdings aber auch für einige Wochen als Ferienaustausch für Schüler oder als eine Art Berufspraktikum für Wochen und Monate während der Semesterferien, der Ausbildung oder im Job. Eine Rotarier-Mitgliedschaft ist nicht erforderlich, dafür sollten aber die schulischen oder beruflichen Leistungen stimmen.

Für ihren einjährigen Aufenthalt in diversen chilenischen Familien nutzt es Josefine Pieper nichts, dass sie gerade das Abi gemacht hat. Schulbesuche in der Fremde sind trotzdem Pflicht. "Es ist kein touristisches Jahr", betont Dr. Annette Hessing vom Jugenddienst der Xantener Rotarier. "Das muss den Austauschschülern klar sein." Es gehe darum, Freunde zu finden, Land und Sprache kennenzulernen, das Leben dort zu meistern.

Darauf hat sich auch Josefine Pieper eingestellt. Für ein Studium mit 17 sei es etwas früh, sagt sie. Darum nutzt sie das Angebot der Rotarier, "um noch etwas rumzukommen". Unter den drei Wunschländern, die jeder Bewerber für einen Auslandsaufenthalt nennen darf, war Chile ihr Wunschland noch vor Argentinien und Peru.

Die Jugendliche wechselt in der neuen Heimat mehrmals die Gastfamilie; deren Kinder kommen im Gegenzug nicht automatisch rüber an den Niederrhein, sondern sie können durchaus auf andere Städte und Länder verteilt werden. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu den normalen Austauschprogrammen zum Beispiel von Schulen. Außerdem achten die Rotarier besonders darauf, dass das avisierte Programm auch eingehalten wird. "Das wird streng kontrolliert", betont Dr. Hessing.

Zu jedem Auslandsaufenthalt gehören bestimmte Touren, um andere Jugendlichen kennenzulernen. Emilio zum Beispiel hat eine Deutschland- und eine Europa-Tour absolviert. München, Berlin, Hamburg, Heidelberg und das Konzentrationslager Auschwitz, Städte in Ungarn, Österreich, Italien, Frankreich und der Schweiz waren die Stationen. Überall kam er mit Gleichgesinnten zusammen. So entstand ein Netzwerk von Kontakten.

Niels Trost hingegen, im letzten Sommer von einem Jahr aus Brasilien nahe der Grenze zu Uruguay zurück nach Xanten gekommen, erlebte unter anderem den Amazonas und südamerikanische Wüstenlandschaft. Die vier D´s seien verboten, blickt er zurück: no drinks, no drugs, no drive - and no date. Also weder Alkohol noch Drogen, weder Autofahren noch Freundin. Wer in der Fremde seine Liebe findet, der drohe, sich von den anderen abzukapseln. Das soll vermieden werden.

Für Niels Trost war Brasilien die bisher spannendste Zeit seines Lebens. "Anfangs hatte ich noch Schwierigkeiten mit der Sprache. Ich konnte kein Wort Portugiesisch. Aber nach drei Monaten war alles sehr einfach." Aus Südamerika zurückkam ein, wie er selbst sagt, weitaus offener Mensch, der auch auf Fremde zugeht und sie anspricht, der selbstbewusster wurde, in Fremdsprachen Präsentationen halten kann und der viele Freunde in der ganzen Welt gefunden hat.

Seine Kontaktfreude hat Emilio Lira Ruiz auf dem Sakko dokumentiert. Bei den Treffen tauschen die Rotarier-Jugendlichen jede Menge Anstecknadeln untereinander aus. Kleine Zusatzerkenntnis von seinem Germany-Trip: Kartoffeln können durchaus doch schmecken, zumindest als Reibekuchen, Pommes oder im Gemüse untereinander, sagt er lächelnd.

Quelle: RP
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