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Sonsbeck
Musik ist an der Grundschule Trumpf

Sonsbeck. "Klassenmusizieren": In Sonsbeck arbeiten der Musikverein Harmonie 1911/1921 und die Schule eng zusammen. Von Sabine Hannemann

Das Projekt "Klassenmusizieren" nimmt erneut an Fahrt auf. Schule wie Musikverein profitieren. "Wir haben immer mehr Nachfragen", freut sich Friedhelm Pinders, Vorsitzender des Musikvereins Harmonie 1911/1921 Sonsbeck/Labbeck. Nachwuchs zu gewinnen, das ist für den Musikverein nicht das Problem. Nach drei Musik reichen Schuljahren an der Sonsbecker Grundschule bleiben genügend Kinder bei der Musik und beim Musikverein "hängen". Das Problem ist anderer Natur. "Uns gehen die Instrumente aus", sagt Pinders.

Gerade erst wurden acht neue Instrumente angeschafft. Eltern bemühen sich im Vorfeld um das Wunschinstrument für ihr Kind. So gesehen ist der Erfolg der musikalischen Bildung der Grundschulkinder gesichert. Der Musikverein weiß auch die Kulturstiftung der Sparkasse an ihrer Seite, die aktuell bei der Beschaffung einer dritten Klarinette behilflich war. Die Geschwister Sophie, Anna und Willi Cleven geben nun gemeinsam den Ton an.

Giovanni Malaponti, Sparkassenvorstand, und Oliver Heger, Geschäftsstellenleiter in Sonsbeck, sorgten bei der Übergabe des Instruments für glänzende Kinderaugen. Gleichzeitig konnte Friedhelm Pinders nochmals das schulische Vereinsprojekt "Klassenmusizieren" vorstellen, bei dem vereinseigene Instrumente als Leihgabe zum Einsatz kommen. Bereits ab der zweiten Klasse, aktuell mit 18 Kindern, beginnt das gemeinsame Musizieren mit Blockflöten, einem Instrument, das schnell für hörbaren Erfolg sorgt. Hinzu kommt das Trommeln auf Bonjas. Die dritte und vierte Klasse, immerhin 36 aktive junge Musiker, erleben dann mit orchestertypischen Instrumenten wie Flöte, Klarinette, Saxofon, Posaune, Trompete und Tenorhorn die nächste Stufe im gemeinsamen Musizieren.

Fünf Euro gehen pro Monat an den Verein, um regelmäßig die Instrumente zu warten. Rund 50 Instrumente sind im Umlauf. Derzeit ist der Fundus allerdings "abgeschöpft" - wie auch die Kapazität des Vereins. Über Exemplare, die eventuell in den Familien unbespielt schlummern und abgegeben werden, freut sich der Verein. Sie kommen im Schulprojekt "Klassenmusizieren" bei interessierten Grundschulkindern zum Einsatz. "Wir wollen möglichst jedem interessierten Kind die Chance geben, ein Instrument zu erlernen", sagt Pinders. Nach der Grundschulzeit macht sich allerdings ein gefährliches Vakuum breit, wie Pinders regelmäßig feststellt. Mit dem Besuch einer weiterführenden Schule, mit Nachmittagsunterricht und Arbeitsgemeinschaften steigt der Schuldruck. Die Zeit für das Üben und das Spielen im Verein ist knapp bemessen. "Dann wird das Musikangebot unseres Vereins gestrichen, weil die Schulen meist auch Musik-Arbeitsgemeinschaften haben", sagt Pinders, der nicht die Mitbewerbersituation beklagt. Er setzt viel mehr auf Kooperation mit den Schulen, den Gesprächen mit Eltern, damit ein Verbleiben im Verein wie auch das Musizieren an der Schule gelingt. Denn gerade das gemeinsame Musizieren sorge für ein prägendes soziales Miteinander. Pinders: "Uns liegt sehr an einer gemeinsamen Lösung."

Info: Pinders 0174 9506464

Quelle: RP
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