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Zum Sonntag
Mut machen

Xanten. In der Zeit nach Ostern lese ich sehr gerne in der Apostelgeschichte. Ich entdecke Erfahrungen, die die ersten Christen gemacht haben und die wir heute oft genauso oder zumindest ähnlich gelagert erleben. Nüchtern schildert die Apostelgeschichte ein Stück des Weges, den Paulus mit seinem Gefährten Barnabas geht.

Paulus hat ihn nach seiner Bekehrung begleitet und in die Gemeinde eingeführt. Mit kurzen Hinweisen wird von den beiden Aposteln erzählt, wie sie auf dem Weg sind. Es spiegelt etwas Grundsätzliches für Christen wider. Barnabas und Paulus sind Bewegte. Sie sind auf dem Weg. Von den Strapazen ist keine Rede, allerdings von dem, was sie tun. Ihre erste Aufgabe sehen sie darin, Mut zuzusprechen. Damit fangen sie die Verkündigung an. Mut zusprechen: Glauben brauchte dies am Anfang, und das braucht es auch heute. Die beiden Apostel ermahnen, treu am Glauben festzuhalten. Paulus tritt sehr selbstbewusst auf und mahnt die Rechtgläubigkeit ein. Es gab Irrlehren, die Gnosis, viele Strömungen, Prediger, die Menschen in ihre Abhängigkeit bringen wollten. Paulus warnt vor falschen Kompromissen und vor Leichtgläubigkeit.

Um was es ihm inhaltlich ging, bleibt hier größtenteils offen. Betont wird jedoch: "Durch viele Drangsale müssen wir in das Reich Gottes gelangen." Sie können ihren Gemeinden kein leichtes Leben versprechen, im Gegenteil, was sie versprechen können sind Drangsale - mit anderen Worten: Anfeindung, Verleumdung, Verfolgung ... Und dennoch dürfen sie erleben, dass ihre Bewegung auf die Menschen eine Faszination ausübt. Das Reich Gottes - versöhntes Leben, Gerechtigkeit, Leben im Dienste des Friedens, im Dienste der Wahrheit, im Dienste bedrängter Menschen; oder das Wahrnehmen von Schöpfungsverantwortung hat Kraft, weckt das Interesse von Menschen und lässt sie mitgehen. Trotz der Drangsale. Im Mut-Machen sah Paulus seine wichtigste Aufgabe der Verkündigung. Vielleicht ein neues Motto für unser persönliches Auf-dem-Weg-Sein als Christen heute?

AUTORIN BARBARA HEMPING-BOVENKERK IST PASTORALREFERENTIN IN DER PFARREI ST. ULRICH ALPEN.

Quelle: RP
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