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Xanten
Nach Brandanschlag: Demo gegen Fremdenhass

Xantener demonstrieren gegen Fremdenhass
Xantener demonstrieren gegen Fremdenhass FOTO: Fischer, Armin
Xanten. Gut 150 überwiegend junge Menschen demonstrierten am Freitag in Xanten gegen Rassismus. "Wir sind bunt", sagte Bürgermeister Thomas Görtz. "Nicht eintönig, erst recht nicht braun." Von Dirk Möwius

Die Kreisverbände der Jugendorganisationen von SPD, FDP, Grünen und Linken hatten sich mit der Antifa Moers zu einem Bündnis zusammengeschlossen, um die Demonstration zu organisieren. In ihrem Aufruf warnten sie auch die Politik davor, mit Einschränkungen des Asylrechts die geistigen Grundlagen für Fremdenfeindlichkeit zu liefern. Man müsse von verbaler Brandstiftung Abstand nehmen und das Asylrecht ausweiten, statt nun die Grenzen schließen zu wollen.

"Refugees welcome" oder "Nazis vertreiben, geflüchtet bleiben" und "Rassismus hat viele Gesichter – und alle sind hässlich" hieß es auf den Schildern der Demonstranten. Xantens Bürgermeister Thomas Görtz zeigte sich beeindruckt ob der großen Gruppe junger Menschen, die nach Xanten kam, um als Reaktion auf den Brandanschlag auf die im Bau befindliche Unterkunft für Asylbewerber gegen Rassismus zu demonstrieren. "Wir sind bunt", so beschrieb er Xanten. "Nicht eintönig, erst recht nicht braun."

Das von den Demonstranten geforderte Bekenntnis der Xantener Politik hatte es zuvor schon gegeben. Zudem stellten sich die Fraktionen in einer eigenen Veranstaltung. Nach Sachsen, Berlin, Baden-Württemberg und Brandenburg nun also auch in Xanten am Niederrhein. Niemals, sagte SPD-Fraktionschef Olaf Finke, hätte er damit gerechnet, dass auch Xanten mit einem Brandanschlag gegen Unterkünfte für Flüchtlinge in die bundesweiten Schlagzeilen komme. Damit sprach er sicherlich aus dem Herzen der anderen Politiker, die sich den Fragen besorgter Bürger stellten.

Mehr als 500 Teilnehmer erwartet der DPSG Bezirk der Pfadfinder am Sonntag zu seiner Aktion. Los geht es um 15 Uhr auf dem Marktplatz in Xanten. Rund um das frühere Förderzentrum wird eine Menschenkette gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz gebildet.

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