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Sonsbeck
Nachbarschaftshilfe: Ein Modell macht Schule

Sonsbeck. "Glückwunsch: Sie nehmen sich eines Themas an, das auf den Nägeln brennt, aber noch nicht in allen Köpfen angekommen ist": Friedhelm Koch, Wirtschaftsförderer in Schermbeck, meinte damit im Ausschuss für Generationen das Thema "seniorengerechte Dorfentwicklung". Daran käme auf lange Sicht kein Bürgermeister vorbei. Mit dem demografischen Wandel müssten sich alle Kommunen intensiv befassen - und das zügig.

Eine Möglichkeit, steigende Pflegekosten in Griff zu bekommen und älteren Menschen zu ermöglichen, möglichts lange in den eigenen Wänden statt im Pflegeheim zu leben, sei die Nachbarschaftsberatung (NBB), wie sie seit Jahren erfolgreich in Schermbeck, Hamminkeln und Hünxe praktiziert werde. Ehrenamtliche - meist Frauen um die 60 - kümmern sich um ältere Menschen, wenn sie Hilfe brauchen, beispielsweise bei Behördengängen, drohender Pflegebedürftigkeit, dem Verfassen einer Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht oder bei der Vermittlung einer Hilfe für Haus und Garten.

Die drei Gemeinden haben je eine Halbzeitkraft (demnächst Vollzeit) eingestellt, die die NBB koordiniert. Die Ehrenamtlichen nehmen sich auch Zeit für ein Gespräch beim Tässchen Kaffee. "Es reicht nicht, über den Gartenzaun hinweg mal eben hallo zu sagen", so Koch. Das sah der Ausschuss auch so: Bei zwei Enthaltungen (die FDP will erst fraktionsintern beraten) ging der CDU-Antrag auf Einführung einer gemeinsamen Nachbarschaftsberatung der Leader-Kommunen durch.

Zwar habe Sonsbeck im Rathaus mit Jörg Giesen eine Anlaufstelle für Pflegebedürftigkeit. Aber, so Bürgermeister Heiko Schmidt, "der demografische Wandel macht vor der kleinsten Gemeinde im Kreis nicht Halt". Die Verwaltung hält eine zentrale Koordinierungsstelle für notwendig. Mit den Nachbarkommunen Alpen, Rheinberg und Xanten wolle man die Nachbarschaftsberatung im Leader-Projekt verankern.

(jas)
 
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