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Xanten
Naderer: Hochschule stößt an Grenzen

Xanten: Naderer: Hochschule stößt an Grenzen
Mehr als 5000 Studenten sind am Klever Campus der Hochschule Rhein-Waal eingeschrieben. FOTO: Markus van Offern
Xanten. Insgesamt 7222 Studierende zählt die HSRW im Wintersemester 2017/18. Über 5000 studieren in Kleve, mehr als 2000 in Kamp-Lintfort. Damit wächst die Hochschule gegen den Landestrend, künftig sollen die Zahlen aber wieder sinken. Von Matthias Grass

Die Hochschule Rhein-Waal (HSRW) steht vor einem Wendepunkt: "Wir wollen nicht mehr wachsen. Wir werden jetzt die Qualität von Lehre und Forschung noch mehr in den Mittelpunkt stellen", sagte HSRW-Präsidentin Heide Naderer. Die Hochschule habe mit den neuen Studierenden für das Wintersemester 2017/18 ihre Kapazitätsgrenze erreicht. "Mit einem weiteren Wachstum könnten wir unsere Qualität nicht mehr gewährleisten", konstatierte Naderer angesichts der wieder gestiegenen Studierendenzahlen.

Die HSRW hat seit dem Einschreibeschluss so viele Studenten wie noch nie: 7222 Menschen studieren hier, rund 5000 in Kleve, rund 2000 in Kamp-Lintfort. In diesem Semester haben sich mit 1747 Studierenden gegen den um sechs Prozent rückläufigen Landes- und Bundestrend sieben Prozent mehr Studenten eingeschrieben, als im Wintersemester des Vorjahres. In Kamp-Lintfort beginnen 501 Studenten, in Kleve 1246. Dabei ist der Run nicht nur auf die Gesellschaftswissenschaften wie "International Business" groß, auch die Fakultät Technik und Bionik sei gewachsen. "Wir schreiben die MINT-Fächer weiter groß", sagt Naderer.

41 Prozent der Studierenden kommen aus dem Nicht-EU-Ausland, fünf Prozent aus dem EU-Ausland. "Mit einer Ausländerquote von 46 Prozent haben wir in Nordrhein-Westfalen ein Alleinstellungsmerkmal", betonte Naderer. Vor allem die englischsprachigen Studiengänge, die in dieser Dichte in Deutschland nur an der HSRW angeboten werden, seien begehrt. Mit einem Zuwachs von 27 Prozent ausländischer Studierender bei den Einschreibungen wächst der Ausländeranteil an der Hochschule um zwölf Prozent, erklärt Gabriele Stegers, Sprecherin der HSRW.

Angesichts der in NRW geplanten, jüngst aber von Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen zur Disposition gestellten Studiengebühr für Nicht-EU-Ausländer konstatiert Naderer: "Wir hoffen, dass das Land die Gebühr für Ausländer nicht einführt. Das Land und seine schwarz-gelbe Regierung würde damit das Erfolgsmodell Hochschule Rhein-Waal gefährden, das einst von einer schwarz-gelben Regierung ins Leben gerufen wurde". Ein solcher Schritt müsse sehr genau überprüft werden.

Oliver Herrmann, kommissarischer Kanzler der HSRW, wertet die neuen Zahlen als "Sensation". Er beobachte die Hochschule seit ihrer Gründung. "Wenn Sie mir 2009 gesagt hätten, dass die Hochschule 2017 über 7000 Studierende hat, hätte ich nur mit dem Kopf geschüttelt." Damit hebe sich die HSRW von den anderen Neugründungen aus 2009 in NRW ab, die alle rund ein Drittel weniger Studierende haben. Die HSRW habe vom Land Zusagen über ausreichend verstetigte finanzielle Mittel für die Zukunft. "Das verschafft uns eine komfortable Situation", sagt Herrmann.

Er bestätigt, dass die Studierendenzahlen künftig auch rückläufig sein werden, weil die Zahl der Absolventen höher werden wird. An eine Lösung, die Studierendenzahlen mit einem Numerus clausus zu deckeln, denke man derzeit noch nicht. "Wir liegen als eine Hochschule, die für 5000 Studenten geplant ist, 45 Prozent über dem Soll", sagt Herrmann. Deshalb habe man in Kleve und Kamp-Lintfort 4000 Quadratmeter zusätzliche Flächen angemietet. Hinzu kommen für die Klausurzeiten noch diverse Kinosäle. "Das alles ist nicht optimal -aber es geht nicht anders", sagt Herrmann, der vor allem in den Klausurmonaten Februar und Juni auf der Suche nach Raum ist. Das Zelt der Karnevalisten vor der Hochschule, das ihm gepriesen worden sei, habe er aber ausgeschlagen, sagt Hermann mit einem breitem Grinsen. Wenn sich die Studierendenzahl der HSRW allerdings verstetigt, dann werde man in drei, vier Jahren über eine Erweiterung nachdenken müssen, räumt Hermann ein.

Quelle: RP
 
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