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Sonsbeck
Nächste Etappe für historischen Bahn-Radweg

Sonsbeck. Das Labbecker Pfarrheim war gut gefüllt, als Bürgermeister Heiko Schmidt mit seinem Mitarbeiterteam dort über den Stand der Dinge zum anstehenden Bau des Alleenradweges informierte. Ein Weg, der ein Stück Geschichte beherbergt. Immer geht es entlang der ehemaligen Boxteler Bahn, die ursprünglich unter dem Namen "Noord-Brabantsch-Duitsche Spoorweg-Maatschappij" (NBDS) als private Eisenbahngesellschaft gegründet worden war - zum Betrieb einer knapp 100 Kilometer langen Bahnstrecke von Boxtel_über Gennep, Goch und Xanten nach Wesel - ein Projekt, das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wegweisend war für den Personenverkehr. Hier ließen sich auch gekrönte Häupter auf dem Weg quer durch Europa transportieren. Von Sabine Hannemann

In Sonsbeck steht jetzt der nächste Bauabschnitt an. Der Alleenradweg wird dann von der Marienbaumer Straße bis zur Reichswaldstraße führen. Im Frühjahr wurde der bislang letzte Teilabschnitt zwischen Uedem und Labbeck eingeweiht und erfreut sich bereits reger Nutzung. "Wir sind allerdings erst in der Entwurfsplanung", warnte Bürgermeister Heiko Schmidt vor überzogenen Erwartungen.

Das Projekt Alleenradweg stelle sich, so der Bürgermeister, in der Gemeinde als wichtiger Baustein für die touristische Entwicklung dar. Es solle aber auch als schnelle Radwegeverbindung dienen.

Die Anwohner jedenfalls erfuhren bei der Versammlung in Labbeck Details über die verschiedenen Planungsentwürfe. So wird der Radweg eine Breite von bis zu 5,50 Meter haben. Die dazu benötigten Flächen befinden sich bereits in Gemeindebesitz. Baumbestand, der zuvor auf seinen ökologischen Nutzen hin geprüft sei, wird dafür "entnommen und später nach entsprechenden Plänen wieder aufgeforstet", wie die Verwaltung mitteilte. Wenn es sich um sogenannte Zukunftsbäume handelt, soll die Wegstrecke um die Bäume herum gelenkt werden. Mehrere Verschränkungen sind vorgesehen, wie sich bei der Präsentation zeigte. Mit den Anwohnern, beispielsweise an der Strecke Am Löwenberg, ist die Gemeinde im Gespräch und hat bereits Details und mögliche Varianten erörtert.

Für regen Gesprächsstoff sorgte das Areal um die überwucherte Ruine des ehemaligen Labbecker Bahnhofs. Sie, so hieß es, sei tatsächlich so wenig attraktiv ist, dass sie verfüllt werden soll, damit keine Gefahrenquelle entsteht. Als historisches Element soll der ehemalige Bahnhof jedoch optisch in Erinnerung gerufen werden. Bürgermeister Schmidt kann sich Info-Tafeln vorstellen. Hilfreich sei für die Aufarbeitung mögliches Fotomaterial, das noch in den Haushalten schlummert. Es könne dabei helfen, die Spuren der Vergangenheit lebendig zu halten, hieß es bei der Info-Veranstaltung.

Zur Zeitschiene betonte auch der zuständige Fachbereichsleiter Georg Tigler, dass die derzeitige Präsentation erst noch ein Entwurf sei. Weitere begleitende Gespräche sowie die politische Diskussion und letztendlich die Ausschreibung der Arbeiten stünden noch aus.

Als groben Zeitpunkt für die Realisierung nannte der bei der Gemeindeverwaltung für Bauen, Planen und die Wirtschaftsförderung zuständige Fachbereichsleiter "den Zeitraum 2017/2018". Als positiv wurde von den Anwohnern die Aufwertung des Abschnitts Am Löwenberg empfunden. Auf die Nachfrage, ob auch der Reitweg, der zum Teil parallel zum Alleenradweg liegt, mit ausgebaut werde, hieß es ausdrücklich, dass es hier nicht um begleitende Wege gehe, sondern dass sich das Projekt samt öffentlicher Förderung ausschließlich auf den Radweg entlang der alten Bahntrasse der Boxelter Bahn beschränke.

Nachgefragt wurde schließlich auch, ob im Fall von Schnee und Glatteis Anlieger oder die Gemeinde für den Winterdienst auf dem radweg zuständig seien. Die Benutzung geschehe immer auf eigene Gefahr, hieß es. Und dann kam noch ein seit den Juni-Tagen einschneidendes Sonsbecker Thema zur Rede mit hohem Emotionspotenzial: Höchst eindringlich gestaltete sich schließlich an diesem Abend der Appell der Bürger, bauliche Vorkehrungen der besonderen Art vorzusehen - für den Fall von Starkregenereignissen. Der regenreiche Frühsommer sitzt tief.

Quelle: RP
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