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Xanten
Neubau für Flüchtlinge wird "kein Klotz"

Xanten: Neubau für Flüchtlinge wird "kein Klotz"
Für den Arbeitskreis Asyl warb Dr. Wolfgang Schneider bei (v. l.) Niklas Franke, Astrid Fischer und Thomas Görtz für die Planung eines "Raums der Stille" bei dem Projekt. FOTO: arfi
Xanten. Bis zu 300 Asylbewerber sollen in fünf Gebäuden am Küvenkamp untergebracht werden. Langfristig nutzbar. Von Dirk Möwius

Eine neue Unterkunft für bis zu 300 Flüchtlinge - das hört sich gewaltig um. Bürgermeister Thomas Görtz und der Technische Dezernent Niklas Franke stellten jetzt die Planungen vor, um die Luft aus der kritisch geführten Diskussion zu nehmen. "Das wird kein Klotz", kündigte Thomas Görtz an. Auf dem Gelände des DBX hinter der bisherigen Unterkunft am Küvenkamp sollen in fünf Gebäuden die Asylbewerber untergebracht werden. Zudem werde das Gebäude entgegen Befürchtungen der Politik langfristig nutzbar sein, etwa um anerkannten Asylbewerbern preiswerten Wohnraum anbieten zu können. Görtz: "Ein Projekt dieser Größenordnung ist nicht unser Wunsch, aber es ist notwendig, um schnell Wohnraum anbieten zu können. Die Planung aber ist so durchdacht und langfristig angelegt, dass unser Projekt Vorbildcharakter für eine Unterkunft dieser Größe haben dürfte."

Die Lage am Küvenkamp sei ideal. Von dort aus sei man recht schnell in der Stadt - auch wenn es wohl keine Möglichkeit gibt, direkt über die Gleise zu kommen. Der DBX könne seinen Materiallagerplatz verkleinern, so dass das Grundstück kurzfristig zur Verfügung steht.

Für die Stadt Xanten hat Architektin Astrid Fischer den Gebäudekomplex entworfen. In vier der fünf Gebäuderiegel werden Wohnungen gebaut. Die Einheiten sind jeweils 60 Quadratmeter groß, bieten drei Schlafzimmer, einen Raum mit Küchenzeile und ein Duschbad. Die Wände sind variabel gestaltet, so dass man bei Familien auch ein größeres Schlafzimmer gestalten könne. Später wären die Wohnungen weiter nutzbar, man könnte sie zum Beispiel anerkannten Flüchtlingen, die dann selbst Wohnraum mieten müssen, preiswert anbieten. Die Holzbauweise biete heute die gleiche Qualität wie ein klassischer Bau, so dass man von einer Haltbarkeit von 20 Jahren und mehr ausgehen könne.

Im fünften Gebäude werden Hausmeister und Security ihre Büros haben, es wird einen Gemeinschaftsraum geben. Auch Schulungsräume etwa für den Sprachunterricht, ein Kinderbereich, ein "Raum der Stille" für alle Religionen, und Büros für Betreuer sind geplant. Das WC in diesem Gebäude wird behindertegerecht geplant. Die Kosten seien bisher mit vier Millionen Euro nur grob geschätzt. Genaueres werde das Ausschreibungsverfahren ergeben. Niklas Franke betont, dass die Zeitvorgabe dabei besonders wichtig ist. Denn die Gebäude sollen - zumindest teilweise - noch in diesem Jahr nutzbar sein. Für den Arbeitskreis Asyl sagte Dr. Wolfgang Schneider, dezentrale Unterbringung sei leider nicht immer möglich. Neben dem Bautechnischen sei es wichtig, das Miteinander der Menschen zu organisieren. Schneider schlägt vor, einen Flüchtlingsrat einzurichten, um Probleme ansprechen zu können. Wichtig sei, die Zimmer mit Fernsehanschluss und WLAN auszustatten.

Eine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes, wie kurzzeitig angedacht, wird der Gebäukomplex wohl nicht werden. Das Land setze derzeit auf Einheiten, die mindestens 500 Menschen Platz bieten.

Quelle: RP
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