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Xanten
Neue Hoffnung für Reha-Hund "Rolex"

Xanten: Neue Hoffnung für Reha-Hund "Rolex"
Ein Zaun trennt Trainerin Eva Hackl von "Rolex" getrennt. Das Tier ist (noch) gefährlich. FOTO: Laura
Xanten. Christian und Eva Hackl rehabilitieren schwer vermittelbare Hunde als neustes Projekt ihrer Hundeschule. Von Laura Conrath

Der Rüde Rolex ist ein Cane-Corso-Mix und hat in seinem fast fünfjährigen Leben schon viel Leid gesehen. Nachdem im Juni 2015 seine junge Halterin auf tragische Weise verstarb, lebte der Hund bei ihren Eltern. Diese waren jedoch schnell mit der Haltung und Erziehung des anspruchsvollen Tieres überfordert und hielten es in einem Zwinger. Aus Selbstschutz entwickelte Rolex eine hohe Aggression gegenüber Menschen und galt als akut gefährlich - ihm drohte das Einschläfern.

Christian und Eva Hackl, die in Moers das "Hunde-Kompetenzzentrum" leiten und sich mit schwierigen "Fellen" auskennen, mussten sofort handeln und den Hund in ihre Obhut nehmen. In Zusammenarbeit mit dem Kölner Tierschutzverein "Pit, Staff und Co.", der die Rehabilitation mitfinanziert, wurde eine geeignete Unterkunft für den Rüden gesucht. "Den Menschen in den Tierheimen ist es nicht möglich, mit solchen Tieren umzugehen. Sie haben weder die Mittel noch die Ausbildung. Das soll kein Vorwurf sein, ist aber nun mal die traurige Realität. Die Hunde verwahrlosen oft in ihren Zwinger, falls sie überhaupt aufgenommen werden, und werden letztendlich eingeschläfert", wie Christian Hackl aus eigener Erfahrung zu berichten weiß. Leider hatte auch das Kölner Tierheim nicht die Möglichkeit Rolex aufzunehmen, da es zurzeit voll belegt ist. So wurde das Rehabilitationszentrum für verhaltensauffällig gewordene und schwervermittelbare Hunde von Christian und Eva Hackl schon vor der Eröffnung in das Tierheim Moers verlegt. Bisher haben die beiden noch keine geeignete Lokation für ihre geplanten drei bis vier großzügigen Zwinger samt Auslauf gefunden. Doch solange kein eigenes Gelände gefunden ist, hilft das Tierheim mit einer Unterkunft in diesem speziellen Fall. Dies ist jedoch nur über Spendengelder und Patenschaften realisierbar, die über den Verein "Pit, Staff und Co." abgewickelt werden.

Gut einen Monat ist Rolex jetzt in Moers und wird täglich betreut, versorgt und trainiert. "Nur durch den täglichen Kontakt mit Menschen und durch ein gewissenhaftes Training besteht Hoffnung für Rolex, den Weg in ein neues Leben zu ermöglichen", sagt Eva Hackl. "Momentan arbeiten wir daran, sein Vertrauen zu gewinnen und die Gehorsamkeit wieder herzustellen." Und der Rüde macht gute Fortschritte. In der kurzen Zeit hat er sich an die Trainer gebunden und zeigt viel Freude im Training. "Ich kann ihn bereits anfassen und einige Kommandos abrufen. Das ist ein großer Schritt und es wundert mich immer wieder, dass Tiere, die so vom Menschen verletzt wurden, noch bereit sind, mit uns zu arbeiten", freut sich Christian Hackl über den Trainingsfortschritt. Natürlich ist es das Ziel, Rolex nach der Rehabilitation erfolgreich zu vermitteln. Dafür wird schon jetzt ein geeignetes Herrchen oder Frauchen gesucht. "Dem neuen Halter muss allerdings bewusst sein, dass er sich auf eine intensive Arbeit zusammen mit dem Hund und uns einlassen muss. Es wird noch etwa ein Jahr dauern, bis Rolex zur Vermittlung bereit ist. Aber wenn uns ein möglicher neuer Besitzer in dieser Zeit begleiten möchte und auch danach noch bereit ist, kontinuierlich an der Partnerschaft mit dem Hund zu arbeiten, dann wäre das für uns der Jackpot", sagt Christian Hackl.

www.hundeschule-dhk.de

Quelle: RP
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