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Xanten
Neue Ideen für den Friedhof am Holzweg

Xanten: Neue Ideen für den Friedhof am Holzweg
Das Team der Friedhofsgärtner bei der Arbeit (v. l.): Nicole Biese, Lars und sein Vater Hubert Schmidthuisen. FOTO: olaf ostermann
Xanten. Nach viel Kritik am Zustand des Friedhofs hat der DBX eine weitere Gärtnerin angestellt. Verwitterte Grabkreuze sollen restauriert werden. Von Peter Kummer

Seit Jahren steht der große Friedhof am Holzweg in der Kritik. Mitglieder zum Beispiel der katholischen Kirchengemeinde beklagten seinen Zustand ebenso wie Vertreter der Lokalpolitik. Einzelne Maßnahmen schafften an einigen Stellen schon Abhilfe, doch der große Wurf stand noch aus. Nun will der Dienstleistungsbetrieb Xanten (DBX) Nägel mit Köpfen machen und hat der Politik einige grundlegende Veränderungen vorgeschlagen. Zudem werden in einem Kataster alle Gräber aufgenommen.

Die wichtigste Neuerung ist sicherlich die zusätzliche Personalstelle bei den Friedhofsgärtnern. Seit dem 1. März ergänzt Nicole Biese das nunmehr dreiköpfige Team, zu dem noch Lars und Hubert Schmidthuisen gehören. "Mein erster Eindruck? Viel Arbeit", sagt die gebürtige Essenerin, die seit 15 Jahren in Rheinberg lebt. Neue Pflanzen, neue Wege, Wasserbrunnen, die Kriegsgräber für 298 Opfer des Zweiten Weltkriegs, die in Xanten durch Bomben und die Explosion in der Munitionsfabrik Muna vor 74 Jahren gestorben sind. "Wir haben jetzt mehr Personal, um alles umsetzen zu können", freut sich Michael Lehmann vom DBX über die zusätzliche Stelle.

An Ideen mangelt es nicht. Die Kriegsgräber zum Beispiel haben sich schon grundlegend gewandelt. Das ganze Unkraut und die verwilderten Bodendecker sind gejätet, mehrere Tonnen Erde verfüllt und die Kreuze neu bepflanzt. Der frisch gesäte Rasen sprießt inzwischen in einem satten Grün.

"Die alten, mittlerweile verwitterten Grabkreuze sollen restauriert werden, die Daten der Opfer werden als eiserne Buchstaben in die restaurierten Kreuze eingearbeitet", sagt Lehmann. Die Finanzierung ist Sache des Bundes, die offizielle Bewilligung für den Zuschuss ist im Rathaus eingegangen. Zudem plant der Landschaftsverband Rheinland als Projekt über Relikte des Krieges eine Gedenktafel zur Luftwaffenmunitionsanstalt Muna.

Für Gießkannen und kleine Schubkarren will der DBX Halterungen aufstellen. Dort können gegen ein Pfand die Geräte genommen und benutzt werden. Ferner werden nach und nach die Sitzbänke ersetzt.

Immer mehr Menschen werden in Urnen beigesetzt. 2010 betrug der Anteil etwa 40 Prozent, 2012 waren es schon knapp 50 Prozent. Im vergangenen Jahr stieg der Anteil weiter. Die Stadt registrierte bei 183 Beisetzungen 109 Urnenbestattungen.

Im Gespräch ist nun die Frage, ob ein anonymes Gräberfeld mit einer Größe von etwa 20 Quadratmetern geschaffen werden soll. Dort könnten Urnen beigesetzt werden, ohne dass ein Name vermerkt ist. Eine Alternative könnte die Aufbewahrung von Urnen in abschließbaren Stelen sein. "Der Wunsch nach einer Urnenbestattung steigt", weiß Lehmann. Aber in seinem Vorschlag weist der DBX die Politik auch auf einen Nachteil hin: Urnen können dort auch in 25 Jahren nicht verwesen, weil es in den Fächern sehr trocken ist. Deshalb müssten nach Ablauf dieses Zeitraums einzelne Urnen samt der Asche trotzdem vergraben werden, damit der Verwesungsprozess einsetzen könne.

Über solche grundsätzlichen Vorschläge entscheidet der Bezirksausschuss. Sind sie mit höheren Kosten verbunden, hat der Rat das letzte Wort. Bleibt noch das Gräberfeld X im hinteren, früher evangelischen Teil, in Richtung Poststraße. Dort besteht nun ein Bestattungsstopp, die bestehenden Grabflächen werden nach Auslaufen der Liegezeit nicht neu belegt. Man werde sehen, was wann endet und dann über die Verwendung nachdenken, sagt Lehmann.

Quelle: RP
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