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Xanten
Neue Pläne für das alte Pfarrhaus

Xanten: Neue Pläne für das alte Pfarrhaus
Die Petri-Kirche mit Friedhof sowie dem vorgelagerten Pfarrhaus- und Jugendheim-Ensemble, dem großen Pfarrgarten und der Hainbuchenhecke: Hier könnte der neue Festsaal mit zwei kleineren Räumen und einer Küche entstehen. FOTO: Stoffel
Xanten. Obermörmter soll einen Treffpunkt mit einem großen Saal erhalten. Die Stadt hat mögliche Ausbaupläne für die Gebäude im Schatten der St.-Petrus-Kirche hinterm Deich vorgestellt. Bis zur Verwirklichung vergehen aber noch Jahre. Von Heinz Kühnen

Die Ortschaft braucht einen Ort der Begegnung! Seit der Gründung des Vereins Obermörmter Aktiv (OMA) steht das Anliegen offiziell im Raum. Und die Vorsitzende Ilse Falk verbindet diesen Wunsch immer wieder mit einem zweiten: "Das geht nur, wenn die Menschen dahinterstehen. Wir brauchen eine einvernehmliche Lösung."

Auch am Dienstagabend bemühte sich die ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete um dieses Einvernehmen und stieß zumindest bei den gut zwei dutzend Teilnehmern einer Info-Veranstaltung, in der die Stadt den Stand der Bemühungen um eben einen Festsaal darlegte, auf Zustimmung. Schritt für Schritt - besser Schrittchen - geht es voran. Bis zur Verwirklichung des Traums dürften jedenfalls noch Jahre ins Land ziehen.

Stadtplanerin Christina Kutschaty begleitet den Prozess von Anfang an - seit der ersten Dorfwerkstatt im Juni 2012. Damals war klargeworden, was die Obermörmterer an ihrem Dorf lieben - die Lage am Rhein, die Beschaulichkeit und die Dorfgemeinschaft - und was fehlt: Arzt, Lebensmittelladen, Radwege, ein kurzer Schulweg und immer wieder - ein Versammlungsraum.

Im ehemaligen Pfarrhaus, das die Stadt 2013 von der Kirchengemeinde gekauft hatte, wäre Platz. Abrisspläne, die die alte Wiese samt Hainbuchenhecke hinterm Haus zum vergrößerten Dorfplatz werden ließe, kamen und kommen ohnehin überhaupt nicht an, weiß Christina Kutschaty. Und sie sind nun auch vom Tisch. DBX-Architektin Astrid Fischer jedenfalls präsentierte im Jugendheim zwei Möglichkeiten, wie Obermörmter zum Festsaal kommen könnte: mit einem durch den Abriss des Heizungstraktes "abgekoppelten" Pfarrhaus zum Beispiel, was eine Vergrößerung des Jugendheims zuließe. Auf viel größere Liebe stieß bei den Teilnehmern der andere, wenngleich teurere Entwurf: Das Pfarrhaus wird entkernt, der Heizungstrakt ebenfalls abgerissen und wieder bebaut. Zusammen ergibt das einen großen Saal, zwei kleine Versammlungsräume, eine kleine Küche und Toilettenanlagen und das Jugendheim.

Was in anderen Ortsteilen zu Begehrlichkeiten führen könnte, sind die geschätzten Kosten samt aller baurechtlich notwendiger Einbauten: "Etwa 500.000 Euro", sagt Christina Kutschaty. Das Land steuert in solchen Fällen einen Regelsatz von 45 Prozent bei. In Xanten, das durch die Ortsteil-Werkstätten auf dem Weg zu einem Integrierten Handlungskonzept (IHK) für die ganze Stadt ist, gäbe es bei dessen Genehmigung durch die Bezirksregierung gar 65 Prozent. Und Eigenleistungen würden auch anerkannt.

Dieses IHK bereitet der Stadt derzeit allerdings nicht unerhebliche Sorgen. Die nach einem ersten "Vergleichsangebot" in den Haushalt eingestellten 50.000 Euro (einschließlich Zuschüsse aus Düsseldorf) für die Ausarbeitung durch ein externes Büro lassen sich nicht halten. "Die Ausschreibung hat ergeben, dass die Planer weit höhere Beträge fordern", erklärt Kutschaty. Da müssen nun wieder Gespräche in Düsseldorf geführt werden: "Wir können das allein nicht bezahlen." Wenn alles gut geht, könnte etwa 2020 der Förderantrag für den Umbau auf den Weg gehen . . .

Eine lange Zeit, die die "Dörfler" aber nutzen wollen und müssen, sagt OMA-Schriftführerin Monika Horn. Projektbeschreibung, Bedarfsanmeldung, Betriebs- und Folgekosten, vielleicht Gründung eines Trägervereins. "Und da sollen möglichst viele mitmachen. Unser Ehrenamtscafé hat gezeigt, das sowas geht."

Quelle: RP
 
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