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Unsere Woche
Neue Sichtweisen - Alpen ist dabei, Schule zu machen

Xanten. Der Architektenwettbewerb für den Stadtumbau in Alpen ist entschieden. Der Sieger kommt aus den Niederlanden. Gewonnen haben auch die Bürger, weil sie mitreden dürfen. Jetzt geht's erst richtig los.

Nach dem Finale ist vor dem Stadtumbau. Der Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs um das künftige Gesicht des Ortes Alpen steht fest. Er kommt aus den Niederlanden, wo häufig quer, zumindest anders als hierzulande gedacht wird. Doch das, was das Büro Felixx/De Zwarte Hond präsentiert hat, ist weder exotisch noch radikal anders. Es ist vor allem das klare Bekenntnis zu den unzweifelhaft vorhandenen Stärken des Ortes, die es weiterentwickeln will. Kein radikaler Schnitt, sondern behutsame Veränderung auf der Basis des Bewährten. Diesen Ansatz darf man durchaus im besten Sinne als konservativ beschreiben, der die Gegenwart nicht betoniert, sondern mit wenigen, recht unspektakulären Maßnahmen die Zukunft anvisiert. Wie die konkreten Schritte aussehen werden, wird sich erst in einigen Monaten klarer abzeichnen. Denn nach dem Abpfiff fängt die Arbeit im Rathaus erst richtig an.

Es müssen Gespräche mit der Bezirksregierung geführt werden, die mit großem Interesse den Wettbewerb verfolgt hat. Der Erfolg des städtebaulichen Prozesses ist durchaus auch im regionalen, wenn nicht gar im landesweiten Interesse. Denn Alpen könnte wertvolle Schrittmacherdienste leisten für viele kleine Kommunen auf dem Land, die sich auch Gedanken um ihre Zukunft machen und lebendig bleiben wollen. Plus für den Vorreiter Alpen: Er darf auf wohlwollende Unterstützung setzen. Dabei ist die dörfliche Kommune nicht nur materiell in der Poleposition. Der Geist, den der bisweilen akademisch anmutende Wettbewerb geweckt hat, wirkt ansteckend. Es ist gelungen, zahlreiche Bürger mit ins Boot zu nehmen beim ambitionierten Aufbruch in die nächsten Jahrzehnte.

Das hat Alpen über einen so langen Zeitraum bislang noch nicht erlebt. Das dürfen sich die Initiatoren des Wettlaufs der besten Ideen aber auch alle sechs Teams auf die Fahnen schreiben, von denen keins enttäuscht hat. Alle haben einen fesselnden Blick von außen auf den kleinen Ort geworfen mit einer langen und stolzen Geschichte.

Die große Chance, im Dialog mit den Bürgern Alpen in Zeiten des Demografiischen Wandels als pulsierenden Ort zu erhalten, in dem es sich für alle Generationen gut leben lässt, tut sich mehr denn je auf. Den Weg sollten alle konsequent weitergehen. Die Bürger - nicht nur die, die immer schon wussten, wie's geht - haben die Lust daran entdeckt. Das ist ein Pfund, ohne dass auch nur ein Steinchen versetzt oder eine Magnolie gepflanzt worden ist. Der Paradigemenwechsel, in der Art Stadtentwicklung zu denken, ist geglückt. Nun braucht's einen langen Atem, um im Prozess zu guten Ergebnissen zu kommen. Die Richtung ist vorgezeichnet. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

Alpen hat es in den zurückliegenden Wochen geschafft, dass viele von auswärts aufmerksam geworden sind. Im Ort selbst hat sich was ereignet: "Ich sehe Alpen jetzt mit anderen Augen", sagt der Privatmann Thomas Ahls. Besser kann man das kaum ausdrücken.*

Quelle: RP
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