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Xanten
Neuer Deich ist am Jahresende fertig

Xanten. Die Arbeiten zwischen der B 57 und der L 480 sollen bald abgeschlossen sein. Von Heinz Kühnen

Der Baggerführer hat einen wichtigen Begleiter. Auf einem Bildschirm werden die nötige Schaufelhöhe und Arbeitsspur exakt angezeigt, per GPS. Mit dessen Hilfe wird nach und nach das Terrain des ehemaligen Rheindeichs eingeebnet, Hightech auf der Deichbaustelle. Bis Ende des Jahres, so der Geschäftsführer des Deichverbandes Xanten-Kleve, werden die Arbeiten an dem zwei Kilometer langen Deich zwischen der Bundesstraße 57 und der L 480 vor dem Anleger der Bislich-Fähre beendet sein.

Im April 2015 hatten die Deichbauer losgelegt. 110.000 Kubikmeter Erde des alten Deichs wurden aufgenommen, der größte Teil wiederverwertet, sagt Ansgar Artz vom Deichverband, der für die Überwachung der Baustelle zuständig ist. Für das neue Bauwerk, das 20 Meter breiter ist als sein (am Fuß) 30 Meter breiter Vorgänger, wurden 80.000 Kubikmeter Fein- bis Mittelsand verbaut, dazu 40.000 Kubikmeter Lehm und 30.000 Kubikmeter Kiessand. Acht Millionen Euro kostet der neue, zwei Kilometer lange Deich. Das Land übernimmt 80 Prozent der Kosten. 20 Prozent zahlen die Mitglieder des Deichverbands. Das heißt: "In diesem Fall schießt auch die Esco noch 800.000 Euro zu", sagt Schlüss. Weil die Rheinberger bis in die Beek hinein Salz abbauen wollen und deshalb in den nächsten Jahrzehnten mit Bergsenkungen zu rechnen ist, wurde das Bauwerk 1,45 Meter höher ausgelegt als "normal".

Zu tun gibt es auf der Baustelle einiges. Noch liegt das Durchlassbauwerk offen, Riesenrohre, über die das in neuen Gräben auf der Landseite gesammelte Wasser ins Rheinvorland abgeleitet werden kann. Eine Rückschlagklappe und ein Schieber verhindern bei Hochwasser den Rückfluss.

Jetzt geht es an die Pflasterarbeiten für den Deichverteidigungsweg am Fuß, über den im Notfall Material angekarrt werden kann. Auch der Deichkronenweg muss fertiggestellt werden. Radfahrer wird es hier oben nicht geben. Auf der Bundesstraße in Birten verläuft der Radweg auf der anderen Straßenseite. Da, so die Stadt, sei es ungefährlicher, die Radler über die Kreuzung an der Landstraße zu führen und erst auf der neuen "Überführung" auf den Deich Richtung Norden zu lassen.

Weiter sind Neubauabschnitte zwischen Wisselward, Grieth, Griethausen und der Schleuse Knollenlamp vorgesehen. Erst 2020 geht's in Xanten weiter. Dann will der Deichverband den ehemaligen Kieshafen für eine Materialanlieferung über das Wasser nutzen. Das war schon einmal geplant, wurde aber verworfen, nachdem eine seltene Fledermaus im Bereich der Dalben gesehen wurde. In den Zeiten, in denen das Artenschutz-Gutachten für den neuen Bauabschnitt erstellt wurde, war das Tier allerdings ausgeflogen, sagt Schlüss. Er sagt nun eine verstärkte Bautätigkeit voraus. "Wir werden nicht mehr Stück für Stück vorgehen können, sondern Bauabschnitte auch zeitlich überlappend ausführen." Bis 2025, so das von NRW-Umweltminister Johannes Remmel ausgegebene Ziel, müssen die neuen Deiche stehen. "Ehrgeizig" nennt Schlüss das, "aber machbar und sinnvoll."

Bis Oktober wird mit Hochdruck weitergearbeitet. Dann beginnt die Hochwasserzeit, die bis Anfang April dauert. So lange sind keine Arbeiten auf der Wasserseite erlaubt.

Der Dauerregen im Juni hat zumindest die Anlage der neuen Straßenführung verzögert. Ansonsten sei der Bau unspektakulär verlaufen, sagt Bautechniker Artz. Nur zu Beginn seien die in an der L 460 abgestellten Baufahrzeuge nachts einmal "leergetankt worden". Das, so der 48-Jährige, habe ihn und seine acht Mitarbeiter nicht amüsiert.

Quelle: RP
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