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Xanten
"Niederrhein ist international aufgestellt"

Xanten. Tag 2 der Expo Real in München: Der Kreis Klever Landrat Wolfgang Spreen diskutierte über die Wirtschaftsregion. Von Jürgen Loosen

Standort Niederrhein: International aufgestellte Wirtschaftsregion hieß das Thema des Tages 2 der Gewerbeimmobilienmesse Expo Real in München auf der Bühne von Standort Niederrhein. Zu den Experten, die sich den Fragen von Moderator Axel Tillemanns stellten, gehörte der Kreis Klever Landrat Wolfgang Spreen, der "den vor zehn Jahren noch unvorstellbaren Schub durch die Hochschule Rhein-Waal" in den Fokus rückte.

Die gute Lage, die der Niederrhein "im Herzen Europas" hat, ist natürlich auch für Spreen ein Argument, das für den Standort Kreis Kleve spricht, verbunden mit der 142 Kilometer langen (ehemaligen) Grenze zu den Niederlanden mit der Auswirkung, dass im Kreis Kleve 16.000 Arbeitskräfte aus den Niederlanden tätig sind und 700 Betriebe aus dem Nachbarland stammen. Zudem spielen die Investoren eine große Rolle. So verwies Spreen darauf, dass sowohl der Airport Weeze als auch das Wunderland Kalkar mit Freizeitpark und Messegelände im Besitz von Niederländern sind und auch der Hafen Emmerich am Rhein ein Drittel seiner Kunden aus dem Nachbarland zählt. Das Thema Internationalität sei auch von Bedeutung in der Wallfahrtsstadt Kevelaer mit ihren Hunderttausenden von Pilgern aus aller Welt, die jährlich in die Marienstadt kommen.

Noch internationaler freilich ist die 2009 gegründete Hochschule mit Sitz in Kleve und Kamp-Lintfort. Studenten aus 107 Ländern zählt man am Campus. "Vor 2009 verließen alle jungen Leute zum Studium den Kreis, es drohte eine Ausblutung. Das ist heute ganz anders geworden", sagte der Landrat. Heute gelte es zu versuchen, Studenten nach dem Abschluss im Kreisgebiet zu halten. Da sei man aber im engen Austausch mit den Unternehmen des Kreises auf einem guten Weg, sagte Spreen und verwies zum Beispiel auf den von der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve alljährlich ausgelobten Hochschulpreis. Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer erzählte von den guten Kontakten nach China und von der niederländischen Partnerstadt Venlo: "Es gibt keine Grenze in den Köpfen mehr." Das bestätigte Bareld Rebbers, Beauftragter für internationale Angelegenheiten in der Stadt Venlo: "Wir sind sozusagen die letzte deutsche Stadt", sagte Rebbers, bevor er sich mit Landrat Spreen zum Vier-Augen-Gespräch zurückzog. Alleine 2600 deutsche Studenten gebe es an der Universität. Eine niederländische Partnerstadt, nämlich Roermond, hat auch Mönchengladbach, berichtete der Wirtschaftsförderer Ulrich Schückhaus.

Der Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, Jürgen Steinmetz, nannte die Exportquote von 52 Prozent als Beispiel für die Internationalität mit überdurchschnittlich vielen ausländischen Investoren aus den Niederlanden, aus vielen europäischen Ländern, aus China oder den USA. Das Thema Brexit nannte Steinmetz "eine traurige Angelegenheit" mit der möglichen Folge, dass deutschen Firmen finanzielle Einbußen drohen.

Über die Rheinschiene mit der Nähe zu Düsseldorf und Köln plauderte Robert Abts, Leiter der Wirtschaftsförderung im Rhein-Kreis Neuss, in dessen Gebiet es freilich keine Grenze gibt, und Peter Hauptmann, Geschäftsführer der Invest-Region Viersen, betonte die vielen euregionalen Projekte, die es vor der Haustür gebe.

Quelle: RP
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