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Next Generation - Politiknachwuchs Im Kreis Wesel
"Nightmover" ist das große Ziel der JuLis

Next Generation - Politiknachwuchs Im Kreis Wesel: "Nightmover" ist das große Ziel der JuLis
Seit zwei Jahren bei den Jungen Liberalen - und schon Kreisvorsitzender. Noel Schroers aus Ginderich. FOTO: Armin fischer
Xanten. Als sachkundiger Bürger hat Noel Schroers als Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen einen direkten Draht zur Fraktion. Aktive Ortsverbände gibt es derzeit nur in Moers und Xanten/Sonsbeck. Wesel soll bald dazu kommen. Von Dirk Möwius

Vielleicht kommt er einfach aus dem idealen Ort. Noel Schroers wohnt in Ginderich. Stadt Wesel, aber linksrheinisch. Er kann es jedenfalls überhaupt nicht verstehen, wenn die politischen Gruppen im Kreis sich untereinander überhaupt nicht verstehen, wenn sie von der jeweils anderen Rheinseite kommen. Quer durch alle Parteien gehe da eine spürbare Trennung. Für die Jungen Liberalen hat er sich als Kreisvorsitzender vorgenommen, so etwas nicht zuzulassen.

Bisher gebe es auch ein echtes Miteinander. Nun muss man aber einschränken, dass die überschaubare Schar der knapp 45 JuLis - nachdem ein Mitgliedsbeitrag eingeführt wurde, verabschiedete sich eine Reihe von Mitgliedern, die noch in der Kartei standen, aber schon älter waren - vor allem aus zwei Ortverbänden kommt. Aus Moers und aus dem jungen Verband Xanten/Sonsbeck, in dessen Gründung sich Noel Schroers, der in Xanten zur Schule gegangen ist, stark einbringen konnte. Sozusagen in Arbeit ist die Wiederbelebung der JuLis in der Kreissstadt Wesel selbst, wo Schroers neben seiner Aufgabe im Kreistag auch sachkundiger Bürger der Ratsfraktion der FDP ist. Dann werde man sehen, ob sich auch in den übrigen Gemeinden noch etwas tut.

Dafür sind die JuLis im Kreis aber bereit, sich gegenseitig aktiv zu unterstützen. Etwa für den Wahlkampf an der Hochschule Duisburg/Essen. Mit Beret Roots aus Moers haben sie im Vorstand zudem ein mit ihren 27 Jahren schon erfahrenes Mitglied, das in Moers Ratsmitglied ist, im Bundesvorstand der JuLis war und schon für das Europaparlament kandidiert hat. Für Schroers steht so eine eigene politische Karriere noch in weiter Ferne, obwohl er in Kleve an der Hochschule Rhein-Waal "Internationale Beziehungen" studiert. Zwar könnte ein Mandat in einem großen Parlament "cool" sein, aber das sei Zukunftsmusik. Der 20-Jährige sieht sich nach dem Abschluss als möglicher Mitarbeiter im Europaparlament, dort könne man auch Kontakte für einen Job in der freien Wirtschaft knüpfen.

In der Kreispolitik haben die JuLis so etwa wie ihr Leuchtturmprojekt. Sie möchten, dass ein "Nightmover" ähnlich wie im Nachbarkreis Kleve eingeführt wird. Noel Schroers: "In Städten wie Xanten ist nachts für unsere Generation nichts los. Bus fahren kann man zu diesen Zeiten auch nicht." Weite Taxifahrten seien aber Luxus, der Weg nach Wesel oder Moers kaum machbar. Der "Nightmover" soll es Jugendlichen und jungen Erwachsenen ermöglichen, nachts am Wochenende sicher und zu einem bezahlbaren Preis wieder nach Hause zu kommen. Er baut auf die Unterstützung der eigenen FDP/VWG-Fraktion und glaubt, dass auch die anderen eigentlich nicht dagegen sein können. Der Etatansatz von 60 000 Euro sei gegen die sonstigen Ausgaben des Kreishaushalts recht überschaubar, biete der jungen Generation aber einen großen Vorteil.

Berührungsängste kennen die JuLis nicht. Der Draht zu den Jusos im Kreis ist gut, da feiert man auch schon mal zusammen Geburtstag. Sein Bruder war zudem Juso-Vorsitzender im Nachbarkreis Kleve, auch seinen Vater sieht er eher SPD-nah. "Da haben wir zuhause am Tisch oft heftig diskutiert, bis Mutter uns verboten hat, beim Essen über Politik zu sprechen."

Quelle: RP
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