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Sonsbeck
Noch mehr Hehl im Keramikmuseum

Sonsbeck. Die Sonsbeckerin Ingrid Tietz hat weitere Werke des Xantener Keramikkünstlers für ihr Privatmuseum erworben. Von Svenja Jesse

Josef Hehl war das 13. Kind einer Familie und hat als Kind schon Figuren gemacht. Das hat ihn keiner gelehrt, er hat es sich selbst beigebracht. Wenn Ingrid Tietz von ihrem Lieblingskünstler erzählt, ist sie ganz in ihrem Element. Die 76-jährige Sonsbeckerin sammelt seit Jahren Töpferware und Plastiken aus Keramik. Im Jahr 2008 erfüllte sie sich den Traum eines eigenen Museums. Besonders am Herzen liegen ihr die Werke von Josef Hehl. Der Töpfer und Plastiker lebte und wirkte von 1885 bis 1953 in Xanten. Seine Werke stehen auf weißen Säulen im Erdgeschoss des kleinen Museums auf der Kastellstraße. Einige sind neu dazu gekommen. "Ich habe ein ganzes Auto voll gekauft. Der Verkäufer rief mich an und sagte, er hätte etwas von Hehl. Da habe ich nicht lange überlegt", sagt die Museumsbesitzerin und lacht. Eines ihrer neuen Lieblingsstücke ist ein buntes Keramik-Pferd. "Das wollte ich schon immer haben. Als ich es gesehen habe, wusste ich sofort: Das ist das Hehl-Pferd." Ein anderes neues Stück ist "der Philosoph", eine dunkle, nicht lasierte Plastik eines lesenden Mannes. "Mein Mann hat ihn den ,Philosophen' getauft. Eigentlich passt der Name nicht so richtig zu Hehls anderen Werken", erklärt Tietz. "Hehl hat die Menschen mit seinen Figuren so dargestellt, wie sie wirklich waren. Dabei hat er besonders häufig Familien und Bergleute dargestellt."

Die Leidenschaft für Plastiken liegt der Sonsbeckerin im Blut. "Mein Onkel war Bildhauer. Wahrscheinlich habe ich es von da übernommen. Ich habe schon immer schöne Dinge gesammelt." Und warum Hehl? "Ich habe seine Werke gesehen, und sie haben mir sofort gefallen. Manche der Figuren erinnern mich auch an meine Mutter. Vielleicht weil es ihre Zeit war oder weil sie auch immer schwarz getragen hat."

Insgesamt besitzt Tietz rund 500 Werke unterschiedlicher Künstler. Auch einige Glücksgriffe sind dabei. "Manche wissen nicht, dass sie einen Hehl besitzen, so habe ich auch auf Flohmärkten das ein oder andere gefunden. Man erkennt sie an den eingravierten Buchstaben TH."

Eines ihrer Stücke hat zusätzlich noch eine ganz besondere Gravur. "Zum Andenken an meine Liebe Frau Sofie geb. Hork. Gest. 10.03.1930" ist in die Innenseite der Büste einer jungen Frau eingraviert. Ein klares Lieblingsstück hat die Sammlerin nicht "Ich finde sie alle schön." Nur die Besucher bleiben dem kleinen Museum leider aus. "Mein Mann sagt immer, das Museum ist sowieso mehr für mich als für andere. Doch ich würde mich schon freuen, die Werke mit anderen teilen zu können."

Das Museum öffnet nach Vereinbarung unter 02838 910120 oder www.keramikmuseum-sonsbeck.de

Quelle: RP
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