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Xanten
Nüchterne Räume für Nachdenkliche

Xanten. Das "Zentrum für Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie" in Duisburg ist ab sofort geöffnet. Von Olaf Reifegerste

Zum "Tag der offenen DenkStätte" lädt das "Zentrum für Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie" am heutigen Samstag ein. Von 11 bis 17 Uhr wird der Öffentlichkeit dabei Gelegenheit gegeben, den fertiggestellten Pädagogikraum des neuen Zentrums kennenzulernen und dabei Filme zu sehen, Vorträge zu hören, Führungen durch die Räume mitzumachen und vieles mehr zu erleben.

Offiziell wurde die "Denkstätte" bereits vorgestern im Beisein von Oberbürgermeister Sören Link und Kulturdezernent Thomas Krützberg sowie geladener Gäste übergeben. Mit der "DenkStätte", die maximal 60 bis 70 Besuchern Platz bietet, ist im dritten Obergeschoss des Gebäudekomplexes des Stadtarchivs und des Kultur- und Stadthistorischen Museums ein moderner außerschulischer Lernort entstanden.

Architektonisch funktional in nüchterne Betonwände eingefasst, dient der Raum Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen, sich mit der Zeit des Nationalsozialismus und seinen neonazistischen Tendenzen heutzutage auseinanderzusetzen.

"Im Wesentlichen", so betonte Andreas Pilger, Leiter des Stadtarchivs, "setzen wir bei den Darstellungs- und Vermittlungsformen der Inhalte auf die suggestive Kraft der Medien." Und diese haben es in sich: Denn hierzu zählen vor allem Leinwand und Beamer, ein hochmodernes Smartboard sowie zig Tablet-PCs. Mit Hilfe der neuen Medientechnik in der "DenkStätte" können die Schüler die historischen Quellen selbst aktiv erforschen, in der Gruppe diskutieren und ihre Arbeitsergebnisse präsentieren.

Die Angebote richten sich an Schüler ab der 9. Jahrgangsstufe und können zeitlich und inhaltlich individuell angepasst werden. Die Workshops setzen sich mit der Zeit des Nationalsozialismus und der Erinnerungskultur in Duisburg auseinander. Hierbei stehen Lebensgeschichten von Menschen aus Duisburg im Vordergrund.

"So, wie das Stadtmuseum das kulturelle Gedächtnis der Stadt sein will, versucht das Zentrum für Erinnerungskultur das Erbe des Nationalsozialismus, nämlich den unwiederbringlichen Verlust an Kultur, Leben und Menschlichkeit jener Zeit, wieder ans Tageslicht zu befördern", sagte seine Direktorin Susanne Sommer, die zusammen mit Andreas Pilger als Doppelspitze des institutsübergreifenden Zentrums agiert.

Mit der Fertigstellung der ersten Baustufe, die alles in allem rund eine Million Euro kostete, startet das Zentrum mit dem Ausbau des zweiten Obergeschosses als Ausstellungsfläche nun seine zweite Baustufe. Dort, wo bisher das Museum Stadt Königsberg mit seiner Sammlung untergebracht war, soll demnächst die im Stadtmuseum äußerst erfolgreiche Ausstellung "Jüdisches Leben in Duisburg von 1918 bis 1945" in modifizierter Form ihren dauerhaften Präsenzplatz finden.

Die Workshops können unter 0203 283-2640 oder unter zfe@stadt-duisburg.de gebucht werden.

Quelle: RP
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