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Xanten
Ob Berlin oder Menzelen - Judy Bailey rockt

Xanten: Ob Berlin oder Menzelen - Judy Bailey rockt
Bailey beim Kirchentag mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Reinhard Kardinal Marx (re.) und dem Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm. FOTO: Depuhl
Xanten. Gerade vom Evangelischen Kirchentag in Berlin zurück, wo sie unter anderem Eckart von Hirschhausen, Hermann Gröhe (Foto) und viele andere bekannte Menschen traf, hat Judy Bailey jetzt mit dem Menzelener Musikverein eine besondere Probe absolviert. Von Erwin Kohl

Für sein großes Sommerkonzert am Sonntag, 2. Juli, im Pädagogischen Zentrum in Alpen hat sich der Menzelener Musikverein etwas Besonderes ausgedacht. Erstmals möchte das Blasorchester einen Titel gemeinsam mit Judy Bailey aufführen, die im Ort lebt und als Sängerin in der ganzen Welt unterwegs ist. "Wir kennen uns von der Flüchtlingshilfe und anderen Aktivitäten. Dabei kam immer wieder mal die Idee auf, so etwas zu machen", erklärt Malte Kolodzy, Vorsitzender des Musikvereins Menzelen.

Weil der Konzert-Termin im Kalender von Judy Bailey und Ehemann Patrick Depuhl zufällig frei war, haben die Musiker aus Menzelen-Ost Nägel mit Köpfen gemacht. "Wir sind zu ihnen gefahren und haben im Garten einige ihrer Songs durchgegroovt. Da war schon Überzeugungsarbeit nötig, weil der Sound natürlich ganz anders ist."

Dass sich die Menzelener Musiker dann ausgerechnet für den Titel "Make Some Noise" entschieden haben, liegt an Patrick Wirth. Dem Berufsmusiker fiel die Aufgabe zu, einen Bailey-Titel für Blasorchester zu arrangieren. Er hatte dabei nur einen Wunsch, erinnert sich Malte Kolodzy: "Wir sollten ein Stück auswählen, das sehr melodisch ist, an das wir uns dranhängen können."

Dienstagabend trafen sich Orchester und Sängerin zur ersten gemeinsamen Probe im Gasthof "Zur deutschen Eiche".

Dirigent Kolodzy waren Vorfreude und Anspannung anzusehen. "Das wird eine große Herausforderung. Judy hat eine tiefe Stimmlage und ein Blasorchester naturgemäß auch." Weil nicht nur die Stimme von Judy Bailey, sondern auch ihre Gitarre mit dem Orchestersound ausbalanciert werden musste, wurde Werner Terfloth am Mischpult einiges abverlangt. Patrick Depuhl dachte schon einen Schritt weiter: "Die nächsten Kirchentage sind in Dortmund und Münster, also in der Nähe. Ich kann mir vorstellen, dass wir das Doppel dann wiederholen."

Auch bei Judy Bailey war schnell von Skepsis nichts mehr zu spüren, im Gegenteil: "Wo Leute zusammen kommen, die gerne Musik machen und Spaß haben, passt das. Ich finde es schön, dass ich ein Teil davon sein kann. Obwohl meine Stimme nach zwölf Konzerten in vier Tagen angeschlagen ist."

Nach drei Proben wurde zwar die Abstimmung immer besser, dafür ließ die Stimme der Sängerin deutlich nach. "Okay, aber wir können heute noch ein bisschen am Tempo arbeiten", schlug die Wahl-Alpenerin vor. Das größte Problem beim Zusammenspiel der ungleichen Akteure brachte Patrick Depuhl auf den Punkt: "Die Dynamik zu reduzieren ist für ein Orchester sehr schwer." Nach 90 Minuten intensiver Proben dürfen sich die Besucher des Sommerkonzertes auf einen außergewöhnlichen Auftritt freuen. Judy Bailey ist zuversichtlich: "Wir schaffen das, ich weiß es. Die wissen genau, was sie machen. Für mich klingt das ein bisschen anders."

Dass Judy Baileys Stimme angeschlagen war, kam nicht von ungefähr: Erst am Montag waren sie und Patrick Depuhl vom Kirchentag in Berlin zurückgekommen. Inklusive eines Konzerts in Wittenberg kamen die beiden auf zwölf Auftritte in vier Tagen. Depuhl schwärmte: "Es war überwältigend. Bei einem Konzert stand Innenminister Thomas de Maizière in der ersten Reihe und sang lautstark mit. Das war einfach schön. Auch bei der Bibelarbeit von Heinrich Bedford-Strohm (Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland) und Kardinal Reinhard Marx (Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz) zu singen, sei "eine tolle Erfahrung" gewesen. Judy Bailey ergänzte: "Für mich war das Konzert im Sommergarten der Höhepunkt, einfach weil wir da unser eigenes Ding machen konnten mit der kompletten Band. Das war der Hammer."

Ihr Mann war auch begeistert vom offenen Singen aus dem Kirchentagsliedbuch vor 700 Leuten: "Die durften sich spontan ein Lied wünschen. Einer davon hieß Udo, den hat Judy dann auf die Bühne geholt. Das war ein Riesenspaß."

Quelle: RP
 
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